Baccarat

Ein Artikel aus der Rubrik Glücksspiele.

Baccarat ist auf Massenbeteiligung eingerichtet, so daß oft über hundert Augen gespannt auf die Hände des Bankhalters starren. In verschiedenen Spielsalons wird gespielt, jede “Taille” wird mit einem neuen Kartenspiel “geschlagen”. Der Klubhalter bzw. seine “Direktoren” setzen die Karte meistbietend aus; der Höchstbietende erhält das Spiel und ist damit Bankhalter.

Wer die Bank ersteigerte, setzt sich an ein Kopfende einer Tafel, ihm gegenüber sein Partner, der Croupier. Die beiden Längsseiten der Tafel sind für die Spieler, hinter der sitzenden ersten Reihe steht oft noch eine Reihe auf Lücke.

Der Bankhalter nimmt vor aller Augen die Karten (Whist-Blatt) aus der Enveloppe (es steht jedem Spieler frei, sich vorher von der einwandfreien Beschaffenheit der Verschlußumhüllung zu überzeugen), dann mischt er, läßt abheben und legt das Spiel verdeckt auf einen schrägstehenden Block vor sich auf den Tisch. Nun erfolgt seine Aufforderung zum Einsetzen. Er selbst legt einen Betrag (die Bank) auf und wartet, bis sein Croupier durch Aufheben der Hand andeutet, daß die Einsätze stehen. Nun darf niemand mehr einsetzen oder Einsätze zurücknehmen. Nur die beiden Nachbarn links und rechts erhalten Karten, ihr Resultat entscheidet für die ganze Seite der Tafel, an der sie sitzen.

Das Spiel basiert auf der Eigenschaft unseres Zahlensystems, das bekanntlich aus 10 Ziffern von 0-9 besteht. Durch Umstellung und Verdopplung von Ziffern bildet man Zahlen.

Ein Whistspiel enthält 52 Blätter, wovon 12 Karten Bilder tragen (4 Könige, 4 Damen, 4 Buben), während 40 mit Augen (Steinen, Karat) bedruckt sind. Diese 40 Karten zählen so viel, wie sie Augen haben, also das As 1, die Zehn 10, die Bilderkarten bedeuten Null bzw. nichts.

Es kommt nun darauf an, in zwei oder drei Karten so nahe wie möglich an 9 Augen zu kommen, wobei über 9 hinausgehende Zahlen wieder mit eins anfangen.

Eine Zehn ist somit eine 1 (über 9), eine 6 und eine 7 ist nicht dreizehn, sondern 4 (über 9), ein König und eine 9 ist 9 usw. Die Eins ist also zweimal vertreten, als As sowie als 10.

Sobald der Croupier die Hand hebt, ist es Sitte, daß Ruhe herrscht. Der Bankhalter schiebt dann die erste Karte verdeckt seinem rechten Nachbar hin, die zweite dem linken, die dritte sich selbst, die vierte wieder dem rechten, die fünfte dem linken Nachbar zu. Nun blickt er den rechten Nachbar an, fagt der “bitte”, so reicht er ihm offen die sechste Karte, sagt er “danke”, so wendet er sich dem linken Nachbar zu, um ihn in gleicher Weise zu bedienen. Mehr als eine Karte kann keiner kaufen, so daß man höchstens 3 Karten erhält. Haben beide Nachbarn gepaßt, oder ihre 3. Karte erhalten, dann deckt der Bankhalter seine Karte auf und nimmt eine oder auch noch die zweite vom “Stock” offen hinzu, zählt die Augen und nennt die Zahl. Die Seite, dessen Spieler mehr hat, erhält ihre Einsätze verdoppelt, die Seite, die weniger oder die gleiche Augenzahl hat, hat verloren; ihre Einsätze zieht der Croupier ein. Es ist üblich, daß ein Spieler, der 8 oder 9 Augen hat, sofort seine Karte aufdeckt; hat er als erste Karten zwei Bilder erhalten, so kann er “back” sagen, dann scheidet seine Seite aus (sie gewinnt und verliert nicht), denn die Chance in einer Karte eine 7, 8 oder gar 9 zu bekommen, ist nicht so groß, daß man ihm die Durchhaltung des Spiels zutrauen kann.

Es kann der Bankhalter natürlich ebenfalls “back” sagen, wenn er zuerst 2 Bilder aufdeckt, er tut dieses sicher, wenn einer der Spieler bereits eine 8 oder 9 aufdeckte, weshalb er darauf bestehen kann, daß diese hohen Points sofort aufgedeckt werden müssen. Hat es jemand unterlassen, so ist das Spiel anfechtbar, mindestens auf der Seite des Unterlassers. Bei gleichen Augen gewinnt der Bankhalter, hat er jedoch die Augen in drei Karten, während ein Spieler sie in zwei Karten hat, so verliert der Bankhalter.

Will jemand die Bank halten (den Betrag der Kasse), so kann der Bankhalter verlangen, daß der Gegenbetrag vorher deponiert wird. Bei einer Sprengung der Bank werden zuerst aus der Bankkasse die Einsätze honoriert.

In Spielklubs wird dann mit dem Rest der Karte nicht weitergespielt, sondern es erfolgt die Versteigerung einer neuen Kartenspiels, somit die Auflegung einer neuen Bank.

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