Bad Homburg

Ein Artikel aus der Rubrik Spielcasinos.

Am 7. April 1949 rollte auch im hessischen Kurort Bad Homburg v. d. Höhe erstmals wieder die weiße Roulettekugel, die 1872 ihr Spiel mit dem Glück hatte einstellen müssen. Die ehemalige Residenzstadt des Landgrafen von Hessen-Homburg hatte an der 1834 gebohrten Heilquelle einen Kurbetrieb etabliert, der aber erst zu florieren begann, als der Pariser Bankhalter Louis Blanc mit dem Fürsten einen Vertrag zur Errichtung einer Spielbank abschloß. In Erwartung des Verbots 1838 in Paris hatte Blanc Bad Homburg zur Verlagerung seines Spielbetriebes ausersehen. In wenigen Jahren erreichte Blanc, daß Homburg eines der meistbesuchten Weltbäder Wurde. Dostojewski’s Roman “Der Spieler” entwirft ein anschauliches Bild des gesellschaftlichen Treibens in dieser “Spielburg”. Mit den Mitteln der Spielbank wurde nicht nur das Kurhaus gebaut, sondern auch alle Anlagen für den Kurbetrieb. Die vornehme Gesellschaft aus aller Herren Ländern traf sich an den Spieltischen von Bad Homburg.

Blanc wußte jedoch schon frühzeitig um die Schließung der deutschen Spielbanken im Jahr 1872. Um ihr zuvorzukommen, übernahm er 1867 die Bank von Monaco. Aus diesem Grund nennt sich Bad Homburg die “Mutter von Monte Carlo”.
Der neue Spielbetrieb von Homburg gab auch dem Kurbad neuen Auftrieb. Das neue Kurhaus, Theater, Parkanlagen, sozialer Wohnungsbau und kulturelle Veranstaltungen konnte die Stadt mit ihren Anteilen am Gewinn der Bank finanzieren.

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