Besigue

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Der Name des Kartenspiels “Besigue” soll etwas mit Küssen zu tun haben, Sprachforscher mögen das ermitteln; das Spiel, welches man mit diesem Fremdwort bezeichnet, hat nichts mit Küssen zu tun, es sei denn der Umstand, daß, wie beim Küssen, auch zwei Personen dazu nötig sind.

Es ähnelt dem deutschen Kartenspiel “66” und dem “Tausend und eins”, wird aber mit zwei Kartenspielen von je 32 Blatt (As bis Sieben) gespielt. Die Reihenfolge und Bewertung ist dieselbe wie bei 66: As 11, Zehn 10, König 4, Dame 3, Bube 2, Neun bis Sieben = 0. Es geht um Erreichung von 1000 Punkten (Points), die man durch Stiche und Meldungen zu erreichen trachten muß.

Die Meldungen ergeben sich aus Mariagen (Paaren), wie Doppelmariagen (2 Könige, 2 Damen), die in Trumpffarbe 40 und 30, in den anderen Farben 20 und 40 Punkte zählen. Ferner kommen folgende Meldungen vor:
1 Trumpf-Sieben 10
2 Trumpf-Sieben 20
4 Buben 40
4 Damen 60
4 Könige 30
4 Asse 100
Quint major (siehe Pikett) 250
Besigue (Pik-Dame, 1 Karo-Bube) 40
Doppelbesigue (2 Pik-Damen, 2 Karo-Buben) 500

Geber verteilt die gemischten Karten drei, zwei, drei, also je 3 Blatt, die 17. Karte wird als Trumpf aufgedeckt, die restlichen 47 Karten als Talon verdeckt daneben gelegt. Ist die aufgedeckte Trumpfkarte eine Sieben, so zählt sie für den Geber 10 Punkte, ist es eine andere, so kann zunächst er, dann Vorhand, sie gegen eine Trumpf-Sieben eintauschen, wodurch sie ebenfalls die 10 Punkte erhalten.

Nach jedem Stich wird eine Karte vom Talon abgenommen, zuerst nimmt immer der, der den Stich erhielt. Nimmt jemand nicht ab, so hat er beim folgenden Stich 2 Karten zu nehmen. Nimmt jemand irrtümlich 2 Karten ab, so daß er 9 Blätter in der Hand hat, so reduzieren sich seine Punkte um 60 Augen. Wiederholt sich der Irrtum im selben Spiel, so verdoppelt sich jedesmal die Strafe. Zurücklegen ist unstatthaft, der Bestrafte wird einen Gang beim Abnehmen überschlagen.

Solange noch Karten im Talon liegen, braucht nicht bedient zu werden; bei den letzten 3 Stichen muß sowohl bedient, wie der Stich übergenommen werden (wenn man kann), andernfalls muß getrumpft werden. Geht auch das nicht, so wirft man nach Belieben ein Blatt ab. Wer dagegen verstößt, geht sämtlicher Stichaugen verlustig und darf nur seine Meldungen anschreiben.

Erledigte Stiche dürfen nicht nachgesehen, Meldungen nur, wenn man am Ausspielen ist, angesagt werden, und zwar je nur eine Meldung. Es ist nicht nötig, eine Karte der Meldung auszuspielen, man legt sie nur auf und kann die Karten zu neuen Meldungen verwenden. Wer z. B. auf Pik-König und -Dame eine Mariage ansagte, kann beim nächsten Ausspielen auf Pik-Dame und Karo-Bube Besigue (Besik) ansagen, und wenn er im Laufe des Spieles noch die drei andern Könige oder die drei andern Damen erhält, auch noch eine Quarte. Niemals aber darf man dieselbe Dame oder König mit einem neuen König oder Dame paaren, also aus drei Blättern zwei Paare bilden! (Honny soit qui mal y pense.) Bei den letzten 8 Stichen sind keine Meldungen mehr gestattet. Dem Einheimser des letzten Stichs stehen 10 Pluspunkte zu. Wer während eines Spiels “ausmelden” will (1000 Points), darf dieses nur tun, wenn noch Karten im Talon liegen und er am Ausspielen ist.

Die Spielregeln des Spiels 1001 (Tausend und eins) gelten auch hier!

Will man Besigue unter drei bzw. vier Personen spielen, so muß man drei Kartenspiele (je 32 Blatt) verwenden. Es bestimmt dann die 25. Karte den Trumpf. Die Zahl der Punkte, um die gespielt wird, erhöht sich auf 1500, ebenso die Trippelbesigue (3 Pik-Damen und 3 Karo-Buben) auf diesen Wert als Meldung. Bei vier Teilnehmern spielt man besser in Kompanie, also je zwei zusammen über Kreuz.

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