Börsenspekulation

Ein Artikel aus der Rubrik Glücksspiele.

Beim spekulieren an der Börse ist der Zufall, das “Glück” von Bedeutung. Obwohl es auf den ersten Blick nicht viel mit Glücksspiel zu tun zu haben scheint, gilt es doch als notwendiger Bestandteil aller kapitalistischen Wirtschaftsformen. Das Glücksspiel kann man als einen unnötigen Konflikt mit dem Zufall bezeichnen, bei dem ein Einsatz auf das Ergebnis eines unsicheren Vorganges gewagt wird. Dennoch hat das Spekulieren einiges vom Glücksspiel, denn der Spekulant läßt sich aus eigenem Entschluß auf seine Manöver ein. Sie mögen ihr Spekulieren als ihren eigenen Beitrag zum Gedeihen der Volkswirtschaft definieren, dennoch wird das niemanden daran hindern, sie als Spieler zu bezeichnen. Selbst der Millionär, der sich gar nicht selber an den Börsengeschäften beteiligt, kann kaum argumentieren, er lasse seine Erfolge von seinen Handlungsbevollmächtigten lediglich zum höheren Ruhme der Wirtschaft seines Landes zustandebringen. Würde er das ernstlich behaupten, gäbe er sich der Lächerlichkeit preis.
In diesem mehr geschäftsorientierten Spiel haben nicht alle Spieler Erfolg, und – wie das bei den meisten Glücksspielen der Fall ist – nicht alle sind ehrliche Spieler. Ivar Kreuger, der schwedische Streichholzkönig, war ein solch unseliges Beispiel für Unehrlichkeit und Versagen.

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