Chancen beim Roulette

Ein Artikel aus der Rubrik Glücksspiele.

Welches sind die einzelnen Chancen, die auf dem Roulette-Tableau gesetzt werden können? Zuerst die einfache Chance: Sie wird einfach genannt, weil bei Gewinn der Einsatz einfach ausbezahlt wird. Beispiel: Bei einem Einsatz von 2 Euro auf eine einfache Chance erhält der Spieler im Gewinnfall 2 Euro zusätzlich zu seinem Einsatz.
Zu den einfachen Chancen gehören:

  • Manque (Mangel) umfaßt die Zahlen 1 bis 18 (einschließlich); das ist die Hälfte aller Zahlen des Tableaus. Wer auf Manque gesetzt hat, gewinnt, wenn die Kugel auf eine dieser Zahlen fällt.
  • Passe (darüber hinaus) umfaßt die andere Hälfte der Zahlen, 19 bis 36. Der Einsatz gewinnt, wenn die Kugel eine dieser Zahlen trifft.
  • Pair (gerade) gewinnt, wenn eine gerade Zahl von der Kugel getroffen wird.
  • Impair (ungerade) gewinnt, wenn die Kugel eine ungerade Zahl trifft.
  • Rot (Rouge) und Schwarz (Noir) sind die Farben. Die Zahlen auf der Roulettescheibe in der Maschine sind abwechselnd rot oder schwarz. Kommt eine rote Zahl heraus, so gewinnt, wer auf Rot gesetzt hat; wer auf Schwarz gesetzt hat, gewinnt beim Herauskommen einer schwarzen Zahl.

Jede einfache Chance umfaßt 18 Nummern, d. h. die Hälfte aller Zahlen. Das Gewinnverhältnis nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung ist also 18/36 oder 1/2, ein sehr günstiges Verhältnis. Die meisten Spieler, die nicht auf große Gewinne ausgehen, bevorzugen deshalb die einfachen Chancen. Bedeutende Gewinne können hier jedoch nur mit hohen Einsätzen erzielt werden.
Bei einfachen Chancen steht immer die eine der anderen entgegen. Wenn Manque gewinnt, verliert Passe. Gewinnt Pair, so verliert Impair. Gewinnt Rot, so verliert Schwarz. Würde jemand z. B. Rot und Schwarz gleich hoch setzen, so könnte er weder verlieren noch gewinnen. Kommt Rot, so verliert er seinen Einsatz auf Schwarz, gewinnt aber auf Rot ein Stück, so wird der Verlust auf Schwarz ausgeglichen.
Bei allen anderen Chancen gibt es kein solches Widerspiel.

Die Zahlenchancen: Bei den Zahlenchancen setzt der Spieler auf eine der Zahlen oder auf mehrere, die eine Kombination bilden.

Plein (voll) ist das große Spiel. Der Spieler setzt nur auf einzelne Zahlen des Tableaus, auf eine oder auch mehrere, die aber keine der nachfolgenden Kombinationen bilden. Auch die Null kann einzeln belegt werden. Kommt eine belegte Zahl heraus, so wird der Einsatz 35fach als Gewinn ausgezahlt, dazu der Einsatz. Also bei 2 Euro Einsatz 70 Euro Gewinn. Bei höherem Einsatz bis zum Maximum immer das 35fache plus Einsatz. Die Chance steht 1 günstige Zahl zu 35 Gegnern, mit der Null 36 Gegnern, wobei die Null der gefährlichste ist. Denn trifft die Roulette-Kugel Null, so wird ein Einsatz darauf ebenfalls 35fach ausbezahlt, aber alle anderen Einsätze auf Zahlen gehen verloren.

A cheval: Zwei neben- oder übereinanderliegende Zahlen werden besetzt. Der Jeton wird auf die Trennungslinie der beiden Zahlen gelegt, z. B. zwischen 16 und 19. Es kann auch die Null mit einer der ersten Zahlen besetzt werden: Null und 1, Null und 2 oder Null und 3. Kommt eine der beiden Zahlen heraus, so erhält der Gewinner das 17fache und seinen Einsatz ausbezahlt, also bei 2 Euro Einsatz 36 Euro. Das Verhältnis ist 2:34, bei Einschluß der Null 2:35.
Früher konnten in Monte Carlo die einfachen Chancen ebenfalls ä cheval besetzt werden, d. h. der Einsatz umfaßte zwei nebeneinanderliegende Chancen. Er wurde auf deren Grenzlinie gesetzt. Das wurde aber aufgegeben, da die Rechnerei mit Hälften, besonders bei kleinen Einsätzen, zu schwierig und zu zeitraubend war. Systembastler wollen glauben machen, die Bank habe Acheval-Sätze auf einfache Chancen aufgehoben, weil damit ein Spieler einmal todsicher gewonnen habe. Das ist genau so unmöglich wie bei Acheval-Sätzen auf Zahlen, Dutzenden, Kolonnen und Doppeltransversalen.

Transversale pleine (die volle Transversale): Sie umfaßt die drei Nummern einer Querreihe. Es gibt also zwölf Transversales pleines. Gesetzt wird auf einer der zwei Seitenlinien der gewählten drei Nummern. Als Transversale pleine gilt auch der Einsatz auf die drei Zahlen 0, 1 und 2 oder 0, 2 und 3. Dieser Einsatz wird auf die Punkte gesetzt, an denen die Vertikallinien die Querlinie zwischen Zero und den drei ersten Zahlen treffen. Kommt eine der drei gesetzten Zahlen heraus, so wird 11fach ausgezahlt. Bei 2 Euro Einsatz: 22 Euro und der Einsatz. Das Verhältnis ist, ohne Null, 3:33.

Carre (Quadrat): Diese Chance besetzt vier Nummern. Gesetzt wird auf den Schnittpunkt von vier zusammenliegenden Zahlenfeldern, z.B. den Schnittpunkt zwischen 10,11,13 und 14, oder zwischen 32, 33, 35 und 36. Erscheint eine der Nummern des besetzten Carres, so wird der Einsatz achtfach ausbezahlt. Der Gewinner erhält bei 2 Mark Einsatz 16 Mark und den Einsatz. Das Verhältnis ist, ohne Null, 4:32. Gleichwertig mit einem Carre sind auch Die ersten Vier, d. h. die Besetzung der Zahlen 0, 1, 2 und 3. Sie werden auf den Punkt gesetzt, an dem die Seitenvertikalen auf die Querlinie zwischen Null und den drei ersten Zahlen treffen.

Transversale simple (die einfache Transversale): Sie umfaßt die sechs Nummern zweier aneinandergrenzenden Querreihen, also zwei Transversales pleines. Es gibt demnach elf solcher Chancen. Gesetzt werden sie auf den Punkt, wo die Querlinie zwischen den beiden gewählten Dreierreihen auf die Seitenlinien aufstößt. Gewinnt eine der sechs Nummern, so wird das Fünffache ausbezahlt. Bei 2 Euro Einsatz: 10 Euro und der Einsatz. Das Verhältnis ist 6:30 (ohne Null).

Dutzend: Erstes, zweites und drittes Dutzend werden auf die mit
1 oder P, II oder M und III oder D bezeichneten Felder am Schluß der einfachen Chancen gesetzt. Kommt eine Nummer des gesetzten Dutzends heraus, so wird der Einsatz zweifach ausbezahlt. Für
2 Euro Einsatz erhält der Gewinner 4 Euro und den Einsatz. Das Verhältnis ist 12:24.

Kolonnen: Der Einsatz erfolgt auf dem Feld unter einer der Vertikalreihen. Jede davon enthält ebenfalls zwölf Nummern. Dem nach wird wie bei den Dutzenden das Gleiche ausbezahlt, das Zweifache. Das Verhältnis ist ebenfalls 12:24.

Zero: Zero oder Null nimmt eine besondere Stellung ein. Zunächst gilt sie als Zahl wie jede andere des Tableaus. Sie kann plein (einzeln) oder mit 1, 2 und 3 zu ä cheval, transversale pleine und carre kombiniert werden. Bei Erscheinen wird auch entsprechend der besetzten Chance ausbezahlt. Aber alle Zahleneinsätze auf dem Tableau gehen verloren. Die einfachen Chancen werden en prison, d. h. gefangen gesetzt oder zur Hälfte ausbezahlt, wenn der Spieler dies wünscht. Der Vorgang en prison wird weiter unten erklärt. Was gefangen gesetzt ist, muß abwarten, ob es frei wird und wieder mitspielen kann oder ebenfalls der Bank zufällt. Deshalb ist die Zero die Gewinnchance der Bank. Manchmal haben Spielbanken zwei Zero eingesetzt, die auf der Roulette-Scheibe einander gegenüber lagen. Gewinnt also Zero und ist nicht besetzt, so fallen alle Einsätze auf Zahlen und Zahlenkombinationen der Bank zu.
Haben sich die Spieler auf einfacher Chance beim Erscheinen der Null nicht die Hälfte ihres Einsatzes auszahlen lassen, so werden ihre Einsätze auf die Linien geschoben, die parallel mit den Seitenlinien des Tableaus nach innen zu gezogen sind. Von den gefangenen Einsätzen werden die frei, deren Chance beim nächsten Coup erscheint, d. h. sie dürfen wieder mitspielen und werden deshalb wieder in ihren Chancenraum geschoben. Alle anderen sind verloren und fallen der Bank zu.
Erscheint aber im nächsten Coup wieder die Null, so gehen die Einsätze aus dem einfachen Gefängnis ins doppelte über, d. h. sie werden auf die zweite Parallele geschoben und werden erst beim nächsten Coup frei, spielen wieder mit oder gehen verloren. Erscheint die Null dreimal, so gehen alle einfachen Chancen verloren.
Beispiel: Auf Rot stehen 2 Euro, die Kugel fällt auf Null. Dann kann sich der Spieler entweder 1 Euro auszahlen lassen und der andere Euro fließt in die Kasse der Bank, oder er läßt seinen Einsatz en prison gehen. Er wird auf die erste Parallele geschoben. Kommt beim nächsten Coup Rot, so wird der Einsatz wieder frei, wird auf den Raum für Rot geschoben und spielt wieder mit. Ist aber Schwarz Gewinner oder pair oder eine andere der einfachen Chancen, so ist der Einsatz auf Rot verloren. Ist die Null aber zum zweitenmal herausgekommen, so wird der rote Einsatz vom ersten Gefängnis ins zweite geschoben. Bringt der nächste Coup Rot, wird er frei und auf den Chancenraum Rot geschoben, kommt eine andere einfache Chance, ist er verloren. Dasselbe geschieht, wenn eine dritte Null herauskommt, was ja auch vorkommen kann.

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