Craps

Ein Artikel aus der Rubrik Glücksspiele.

Craps ist ein in den USA sehr verbreitetes Würfelspiel. In Deutschland ist es auch unter dem Namen “Sieben oder Elf” bekannt. Fangen wir mit den Fachbegriffen an: Eine Sieben oder eine Elf werden beim Craps-Spiel ein “Natürlicher” (natural) oder ein “Paß” genannt. Zwei, Drei oder Zwölf gelten als “Crap” (Mist) oder Fehler (miss-out). Vier, Fünf, Sechs, Acht, Neun oder Zehn werden “Punkt” (point) genannt; falls man eine dieser Zahlen wirft, kommt es darauf an, sie noch einmal zu werfen, ehe man eine Sieben wirft. Gelingt das, dann hat man einen “Paß” erzielt. Wirft man eine Sieben vor dem “Punkt”, dann hat man “Mist gebaut” (Crap). Der allererste Wurf wird Start (come-out) genannt.
“Verschwinden” wird genannt, wenn man einen Einsatz akzeptiert. Beim casinomäßigen Craps kann man auf dem Spieltisch alle möglichen Wetten für oder gegen bestimmte Wurfergebnisse erkennen und entsprechend setzen. Gewinnhöhe und Höhe der Einsätze sind je nach Casino unterschiedlich. Eine “Start”-Wette wird auf den Startwurf eines Spielers getätigt. Eine “Komm”-Wette wird darauf abgeschlossen, daß der nächste Startwurf ein Siegwurf ist. Eine “Platz”-Wette wird im Hinblick auf Wurf oder Fehlwurf eines “Punktes” abgeschlossen. Beim casinomäßigen Craps gibt es die Bereiche des Nichtpassierens und des Passierens. Der erste Bereich ist Wetten vorbehalten, die darauf abgeschlossen werden, daß der Spieler keinen “Paß”-Wurf hat, der zweite für Wetten darauf, daß der Spieler einen “Paß”-Wurf hat.

Kein bekanntes Craps-System garantiert dem Casinospieler dauerhaften Erfolg, denn auf lange Sicht ist er gegenüber dem “Haus”, dem Casino oder der “Bank”, stets im Nachteil. Dennoch gibt es Systeme, die die Chancen des Spielers wenigstens in begrenztem Umfang verbessern.
Da ist das “Sechs-Wetten-System”. Es besagt, daß man, ausgestattet mit einigem Spielkapital, auf jede der sechs Punktzahlen setzen soll (Platzwette). Man hat dann sechs Chancen gegen die eine des Spielers, der allerdings einen „natürlichen” werfen kann. Dann hat man verloren. Wirft der Spieler aber eine der sechs Punktzahlen, dann hat man gewonnen und kann den Gewinn einstreichen. Die fünf anderen Plazierungseinsätze gehen verloren.
Bei Punktwürfen auf Vier oder Zehn hat man als Einsetzender Chancen von 9:5, bei Punktwürfen von Sechs oder Acht hat man Chancen von 7:6, bei Punktwürfen von Fünf oder Neun stehen die Gewinnchancen 7:5. Der Vorteil des mit dem Sechsersystem Wettenden besteht darin, daß es 24 verschiedene Möglichkeiten bietet, die Punktzahlen Vier, Fünf, Sechs, Acht, Neun, Zehn zu würfeln, dagegen nur sechs Möglichkeiten, eine Sieben zu würfeln. Demnach erscheinen die Chancen für den Gewinn des Einsetzenden 4:1 zu stehen. Der Spieler braucht jedoch nur zweimal nacheinander einen „natürlichen” Wurf zu haben, um den Einsetzer seines Kapitals zu berauben, da der geringste Plazierungseinsatz immer so kalkuliert ist, daß der Vorteil der 4:1-Chance ausgeglichen wird.
Das “Gewinnen-und-Verlieren”-System kann nur im Casino gespielt werden, denn nur dort gibt es den Bereich des Nichtpassierens. Dieses System wird oft als “todsicher” gepriesen. Man setzt gleichzeitig auf Sieg und Verlust des Spielers.
Man setzt etwa zuerst darauf, daß der Spieler nicht “passiert”. Wenn der Spieler einen Punkt wirft, setzt man auf die Punktzahl. Man gewinnt, wenn der Spieler keine Paßzahl wirft oder seinen Punkt noch einmal wirft. Verloren hat man allerdings, wenn der Spieler “Crap” (Mist) oder einen Passierwurf beim Start hat. Und entsprechend der Punktzahl wird man entweder plus-minus Null abschneiden oder einen Gewinn machen. Das Ganze bezieht sich auf den Startwurf des Spielers. Geht das schief, taugt das System nichts mehr. Und das ist der Fall, wenn der Spieler einen “natürlichen” oder einen Crap-Wurf hat.
Beim “Serien”-System kommt es auf den Startwurf des Spielers an. Wenn er einen “Paß” würfelt, setzt man darauf, daß er weiterhin gewinnt, würfelt er einen “Crap”-Wurf, setzt man darauf, daß er weiterhin verliert. Die Überlegung dabei ist, daß der Spieler weiterhin “verlieren” oder “gewinnen” wird und daß man davon wettmäßig profitiert. Das System taugt nichts, wenn der Spieler abwechselnd gewinnt und verliert, denn das unterbricht jeweils die “Serien”.
Ein weiteres Craps-System – “Martingale” genannt – ist die Variante eines Roulette-Systems. Es erfordert die progressive Verdoppelung des Einsatzes bei jedem Verlust des eingesetzten Wertes. Der Einsetzer benötigt allerdings eine Menge Kapital. Das System ist nur beschränkt anwendbar, weil es in zahlreichen Casinos Vorschriften hinsichtlich der Maximalhöhe des Einsatzes gibt. Außerdem machen nicht alle Spieler hohe Einsätze mit. Das “Martingale”-System wird auch das “Geduldsystem” genannt, weil es eben äußerste Geduld erfordert, ein Spiel zu beobachten, ohne einzusetzen, bis der Spieler vier Gewinnwürfe nacheinander erzielt. Nur, wenn das eintritt, darf man wetten, daß der Würfelspieler beim nächsten Wurf verliert. Die Chancen stehen 1:31, daß der betreffende Spieler auch ein fünftes Mal nacheinander eine Sieben oder eine Elf würfelt – einen Paß erzielt. Und allem Anschein nach ist eine solche Konstellation für den Einsetzer nicht ungünstig. Das stimmt jedenfalls, wenn man sich daran hält, daß es nur um diesen fünften Gewinnwurf nacheinander geht.
Nun ist es äußerst schwierig, wenn nicht unmöglich, genau zu entscheiden, an welchem Punkt der Serie man in das Spielgeschehen eintritt. Man muß daher jeden Wurf zunächst für sich werten, als Vorgang der mit den unbekannten Vorgängen vorher nichts zu tun hat. Es geht ja nicht darum, sofort zu wetten, daß der Spieler vom nächsten Wurf an keine fünf Würfe nacheinander entweder die Sieben oder die Elf würfeln werde. Die Chancen stünden dann 31:1, da die Folge von fünf erfolgreichen Würfen zusammengenommen Wettgegenstand wäre. Vielmehr geht es beim “Geduldsystem” darum, zu wetten, daß der Würfelspieler beim nächsten Wurf keinen “Paß” erzielen wird, und bei diesem Wurf handelt es sich um einen von zahllosen vorhergegangenen Würfen, die irgendwann einmal in der Vergangenheit eingesetzt haben. Jede andere Betrachtungsweise ist irrelevant. Und die Chancen, mit der Wette zu gewinnen oder zu verlieren, stehen nahezu gleich. Die Chancen, daß der Würfler mit einem Wurf einen Paß erzielt, stehen 1:1,0286, mit anderen Worten: 50:50.
Wenn das Geduldsystem zum Erfolg geführt hat, wenn der Spieler nach vier Paßwürfen hintereinander den fünften verwirft, dann sollte man den Gewinn einstreichen und sich entfernen – bis die nächste Serie von vier erfolgreichen Paßwürfen eingetreten ist und man erkannt hat, daß der fünfte Wurf bevorsteht. Hat man überhaupt Glück mit diesem System, dann muß man dennoch wissen, daß die Gewinne in der Regel gering sind und daß man sehr viel Zeit benötigt – manchmal mehrere Wochen -, um Gewinne einstreichen zu können, die im Vergleich zum Aufwand reichlich mühselig erscheinen. Dabei kann natürlich der Fall eintreten, daß der Würfler “Punkte” wirft oder seine Paßserie fortsetzt. Dem System zufolge sollte man dann nach jedem weiteren erfolgreichen Paßwurf des Spielers den Einsatz verdoppeln, so daß man schließlich wenigstens den Einsatz wettmachen kann, falls man gewinnt. Dabei kann allerdings der Fall eintreten, daß man nach acht Paßwürfen hintereinander nicht mehr einsetzen kann, denn dann noch den Einsatz zu verdoppeln, würde entweder heißen, die Bankregeln zu überschreiten, was nicht gestattet ist, oder aber, daß man kein Einsatzkapital mehr zur Verfügung hat.

Diese Systeme werden in der Hauptsache beim casinomäßigen Craps angewandt, dagegen kaum bei privaten Spielen. Craps ist ein einfaches Spiel, und die meisten Spieler wollen es nicht anders haben. Die Einfachheit des Spiels ist zugleich seine Hauptanziehungskraft. Der Spieler benötigt kaum mehr als eine gewisse Portion Geld, zwei Würfel und eine Fläche, auf der er würfeln kann.

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