Croupiers

Ein Artikel aus der Rubrik Spielcasinos.

Die Tätigkeit des Croupiers stellt hohe Anforderungen an die Disziplin, an das Denken, an die Anpassungsfähigkeit, an die manuelle Geschicklichkeit, an die gesellschaftliche Haltung – und an die Moral. Es hört sich so einfach an: Croupiers drehen die Maschine, werfen die Kugel, ziehen die Verlustjetons ein und zahlen die Gewinne aus. Wer die Croupiers genauer beobachtet, wird die Sicherheit bewundern, mit der sie in Sekunden die verschiedensten Gewinnspannen und Auszahlungsquoten errechnen, und ebenso den Oberblick über die Einsätze der einzelnen Spieler, die ungeduldig, unerfahren oder nervös auf die Hände der Croupiers blicken. An großen Spieltagen muß auch der Spielleiter die Einsätze und die Auszahlungen scharf beobachten, er muß bei einem auftauchenden Irrtum rasch entscheiden, und seine Entscheidung muß korrekt und souverän getroffen werden, denn sie ist endgültig. Er trägt die Verantwortung gegenüber dem Spieler und der Spielbank, deren Vertreter er ist. Jede Spielbank weiß, wie anstrengend diese Tätigkeit ist, und läßt daher Croupiers und Spielleiter stündlich ablösen.

Wenn manche Spielbankbesucher annehmen, der Wechsel der Croupiers erfolge deshalb, weil gerade einige Spieler gut gewinnen, so genügt eine Stunde unbeteiligten Beobachtens, um zu erkennen, daß diese Stunde für den Croupier zwar ein einziges, ununterbrochenes Spiel ist, aber alles andere als Spielerei.

Mit der Zeit bilden sich die Croupiers zu wahren Artisten und Gedächtniskünstlern aus. Schon der Neuling muß im Ausbildungskursus die Fertigkeit erwerben, einige Jetons auf bestimmte Nummern zu werfen. Geübte Croupiers können eine Handvoll so auf die einzelnen Nummern werfen, daß sie nicht mehr durch den Rechen geordnet zu werden brauchen.

Bewundernswert ist das Gedächtnis mancher Croupiers, die eine ganze Reihe von Einsätzen gleichzeitig für mehrere Spieler machen müssen. Da ruft einer dem Croupier zu: “3, 8, 12, 14, 24, 30, 32, 36! Rot, 2. Dutzend, Pair!” Der Croupier setzt die Jetons für den Spieler, ohne sich zu irren. Die 14 kommt heraus. Der Spieler ruft: “Das gleiche noch einmal!” Ohne zu fragen setzt der Croupier sämtliche Jetons auf die richtigen Felder und macht noch für einige andere Spieler die Einsätze.

Welche charakterliche Festigkeit die Croupiers besitzen müssen, wird sich jeder selbst erklären können. Tagtäglich müssen sie Unsummen von Beträgen einnehmen und auszahlen. Sie wissen, daß dieses Geld nur dem Vergnügen geopfert wird. Kein Neid darf sich in ihnen regen, keine Habsucht sie verführen. Wenn dem Spieler die Nerven zu versagen drohen, müssen sie sich beherrschen, mit jedem Handgriff und jedem Wort.

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