Das Museum des Todes

Ein Artikel aus der Rubrik Geschichte.

McCade hatte während des australischen Goldrausches in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts ein gewisses Vermögen erworben und dabei erlebt, wie andere ihr Gold in den Kneipen verspielten. Schreckliche Armut sei die Folge gewesen, schrieb McCade.

Diese Feststellung scheint nur den Haß des Jed McCade auf das Kartenspiel verbrämt zu haben. McCade besaß die fixe Idee, daß irgendwann einmal Spielkarten nach Australien eingeführt worden waren mit einem Schiff, das von einer tödlichen Krankheit (welche, wußte er nicht zu sagen) infiziert war. Er war der Meinung, daß jeder Kartenstock, der gedruckt wurde, von diesem tödlichen Bazillus befallen sei. Natürlich war McCade klug genug, um zu wissen, daß seine Theorie nicht ganz fehlerfrei war und daß es ihm nur Ärger eintragen werde, wenn er seine Theorie den Landnehmern mitteilen würde. Er verfiel deshalb auf den Trick, Flugblätter drucken zu lassen, auf denen in der üblichen Weise das Glücksspiel verdammt wurde. Auf dem Flugblatt war dann noch die Einladung zu lesen: “Kommen Sie in das Museum des Todes.

Das Museum war eine unwiderstehliche Attraktion, allerdings mehr wegen seiner – von McCade sicherlich nicht beabsichtigten – lächerlichen Einfalt. Zur Schau gestellt wurden in dem Museum unter anderem solch düstere Gegenstände wie der Teil einer Türfüllung, auf der zu lesen war “Rube Martin, starb hier an dem Pfeil des Cupidus (Syphilis), der ihn beim Kartenspiel erreichte; 18. 7. 79”, ferner eine mumifizierte Hand mit einer von einem Arzt in Melbourne verfaßten schriftlichen Erklärung, daß diese Hand Herrn John Singest gehörte, der während eines Kartenspiels vom tödlichen Fieber befallen wurde. Dazu kamen Spielkarten, die unter einem bizarren Vergrößerungsglas irgendwelche Bazillen erkennen ließen, dazu gehörte das Skelett eines Mannes, der gestorben war, nachdem er mit den Ureinwohnern Karten gespielt hatte. Die Ureinwohner hatten die Karten angeblich mit einem tödlichen Gift bestrichen.

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