Doppelbinokel

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Doppelbinokel wird in ähnlicher Weise wie Binokel gespielt; man benutzt dazu zwei Spiele Karten, und daher hat es seinen Namen. Auch unter dem Namen Schnaklich ist es bekannt. Das Spiel soll in Frankreich entstanden sein, wo es in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts Modespiel wurde und unter dem Namen Besigue, in den Provinzen Poitou und Augouleme Besit, allgemein gespielt wurde. Es ist eines der beliebtesten Kartenspiele für zwei Personen.

Wie so viele Kartenspiele wird Doppelbinokel verschieden gespielt, und wenn man sich nicht ohne weiteres dem Ortsgebrauch fügen will, ist es am besten, die Spielweise und die Werte vorher festzusetzen.

Spielregeln

Wie schon erwähnt wurde, wird Doppelbinokel mit zwei Spielen Karten gespielt; fallen nun auf einen Stich zwei gleiche Karten, so hat die zuerst ausgespielte den höheren Wert und derjenige, der sie ausgespielt hat, erhält den Stich. Im übrigen ist der Wert sowie die Reihenfolge der einzelnen Karten folgende: Daus oder As zählt 11 Punkte, die Zehn 10, der König 4, der Ober oder die Dame 3 und der Unter oder Bube 2 Punkte. Die Neun, Acht und Sieben gelten in dieser Reihenfolge, sie haben jedoch keinen Zählwert; ausgenommen ist die Trumpf-Sieben, die 10 Punkte zählt. Die Augen der einzelnen Stiche werden zusammengezählt.

Außerdem haben noch verschiedene Zusammenstellungen von Karten einen Wert. So zählt Binokel oder Schnaklich, d. h. Grün-Ober (Dame) und Schellen-Unter (Bube), wenn sie in einer Hand zusammen sind, 60 (in manchen Gegenden auch nur 40) Augen oder Punkte. Die Mariage d. h. König und Ober (Dame) zählt 20 Augen, in Trumpf 40. Doppelmariage zählt 40 bezw. 80 Punkte. Doppelbinokel, d. h. zweimal Grün-Ober und Schellen-Unter in einer Hand, gilt 300 Punkte. Außerdem zählen vier Däuser 100, vier Könige 80, vier Ober (Damen) 60, und vier Unter 40 Augen oder Punkte. Die ersten fünf Trümpfe in einer Hand, also Daus, König, Ober (Dame) Unter und Zehn gelten 150 Punkte. In manchen Gegenden rechnet man für Doppelbinokel 500 und für die ersten fünf Trümpfe 250 Augen.

Der Kartengeber wird durch das Los bestimmt. Wer die höhere (in manchen Gegenden die niedrigere) Karte zieht, gibt an. Der Kartengeber mischt die Karten gründlich und läßt von dem Mitspieler abheben; dann gibt er wechselweise seinem Mitspieler und sich zehn Karten, jedesmal fünf. Die erste Karte wird offen aus den Tisch geworfen und ihre Farbe bestimmt den Trumpf (in manchen Gegenden erhält jeder Spieler nur 8 Karten). Die übrigen Blätter werden verdeckt auf die offene Karte gelegt und von diesem Häufchen nimmt jeder Spieler nach jedem Stich von oben ein Blatt ab, und zwar derjenige, der den letzten Stich hereingenommen hat, zuerst.

Wirst der Kartengeber als erstes (bzw. neuntes) Blatt eine Sieben aus, so rechnet er sich zehn Augen an. Jedes andere Blatt, das der Kartengeber als elftes Blatt aufwirft, kann gegen Trumpf-Sieben eingetauscht werden; hat jeder der beiden Spieler, in den ersten Zehn Karten Trumpf Sieben, so hat der Kartengeber den Vorzug des Eintausches.

Man kann erst dann etwas melden, wenn man einen Stich gemacht hat, und bevor man eine Karte abnimmt, und zwar jedesmal nur einen Wert, z. B. eine Mariage oder vier Könige oder Binokel oder 150 in Trumpf oder vier Däuser oder Doppelbinokel usw. Die ersten fünf Trümpfe kann man melden, sobald man sie erhält, selbstverständlich wenn man am Melden d. h. am Ausspielen ist, also eben einen Stich gemacht hat. In manchen Gegenden ist es Brauch, daß man die 150 in Trumpf (die ersten fünf Trümpfe) erst dann melden darf, wenn man die Trumpf-Mariage gemeldet hat. Man darf nur melden, wenn man 9 Karten hat. Während des Spieles darf man weder die Karten im Häufchen (Stammkarten, Talon) noch die Stiche nachzählen. Solange noch Stammkarten liegen, braucht man nicht zu bedienen, selbst wenn man die Farbe der ausgespielten Karte iu der Hand hat; man kann irgend ein Blatt abwerfen oder mit Trumpf stechen, je nachdem es einem gut scheint. Sind alle Karten abgehoben (liegt also keine Stammkarte mehr auf dem Tisch), so muß man nicht nur die Farbe, die der Gegenspieler ausspielt, bedienen (bekennen), sondern man muß sogar dessen Blatt, wenn man ein höheres von derselben Farbe hat, übernehmen (stechen). Hat man die Farbe, die der Gegenspieler ausspielt, nicht, so muß man mit Trumpf stechen, wenn man welchen hat; hat man keinen Trumpf, so kann man eine beliebige Karte einer anderen Farbe abwerfen.

Wer nicht bedient, sobald keine Stammkarte mehr liegt, ein niedrigeres Blatt zugibt, als der Gegner ausgespielt hat, oder mit Trumpf sticht, wenn er noch bedienen kann, darf die Augen der weiteren Stiche, die er noch macht, nicht zählen; man sagt: er zählt stumm. Die Augen der früheren Stiche zählen.

Sobald die Stammkarte abgehoben ist, darf nur der noch eine Meldung machen, der eben den Stich genommen hat, bevor er von neuem ausspielt, da er ja noch neun Karten hat. Der letzte Stich zählt 10 Punkte oder Augen für den, der den Stich macht.

Nach Beendigung jedes Spieles werden die Augen der Stiche und die Meldungen zusammengezählt und aufgeschrieben. Man spielt gewöhnlich bis 1000 oder 1500; wer die meisten Augen hat, hat gewonnen.

Hat ein Spieler während des Spieles weniger als zehn Karten, so nimmt er, wenn er an der Reihe ist, soviel Karten von der Stammkarte ab, daß er wieder 10 Karten hat. Hat ein Spieler aber während des Spieles 11 Karten, so zählt der Gegenspieler 60 Punkte zu seinen Punkten dazu und derjenige, der 11 Karten hat, darf einmal von der Stammkarte nicht abnehmen, so daß beide Spieler wieder 10 Karten haben.

Binokel mit 4 Spielen Karten

Man spielt Binokel auch mit 4 Spielen, aus denen man die Achten und Sieben gelegt hat, und dies ist das interessanteste aller Binokelspiele. Jeder erhält 16 Karten und kann mit der Neun die Trumpfkarte rauben, aber erst nachdem er einen Stich gemacht hat. Die Meldungen sind dieselben, nur kann man viermal Binokel nacheinander melden; dabei müssen aber alle Binokel (Grün-Ober und Schellen-Unter) die man meldet auf dem Tisch liegen bleiben. Der erste Binokel zählt 40, der zweite 200, der dritte 300 und der vierte 500. Alle Meldungen, die man in seiner Karte hat, können zu gleicher Zeit gemacht werden; hat man z. B. in seinen Karten die ersten 5 Trümpfe, 4 verschiedene Däuser, 2 Grün-Ober und 2 Schellen-Unter, so meldet man zu gleicher Zeit 40 + 150 + 100 + 40 + 200 = 530. Man kann nur melden, wenn man 15 Karten hat und am Ausspiel ist; jedoch darf man nicht melden, wenn keine Stammkarte mehr aus dem Tisch liegt.

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