Dostojewski

Ein Artikel aus der Rubrik Berühmte Spieler.

Dostojewski war zwischen 1862 und 1872 ein Gefangener des Glücksspiels. Solange er nur eine Kopeke sein eigen nannte, vermochte er dem Roulette nicht zu widerstehen. Seine zweite Ehe mit Anna Grigorijewna Smitkana bestand im wesentlichen aus einer Folge von Verhandlungen mit den verschiedensten Geldverleihern. Ob es sich um Freunde oder Fremde, Verleger oder Pfandleiher handelte – sicher ist, daß Dostojewski die Rückzahlungen – falls sie gemacht wurden – in permanente Armut versetzten. Er konnte es nicht lassen. Wie ein Blutegel hielt er sich an das masochistische Vergnügen des Glücksspiels.

Anna schreibt in ihrem Tagebuch: Als er nach Hause kam, hatte er natürlich alles verspielt. Er wollte mit mir sprechen. Er nahm mich auf den Schoß und fing an, auf mich einzureden, er müsse fünf Louis haben. Er sagte, er wisse, daß wir dann nur noch sieben Louis hätten – zu wenig zum Leben. Er wußte es. Was sollte ich machen? Er sagte, er werde den Kopf verlieren, wenn er das Geld nicht bekäme. Er bat mich, ihn nicht der Chance zu berauben, daß er sich Vorwürfe zu machen habe wegen seiner wahnsinnigen Schwäche, er bat mich um Verzeihung wegen allem möglichen, sagte, er sei meiner unwürdig, er sei ein Schurke und ich ein Engel, und so fort… Ich konnte ihn kaum beruhigen.

Schlagwörter: