Ecarte Spielregeln

Ein Artikel aus der Rubrik Glücksspiele.

Ecarte ist ein Kartenspiel, an welchem nur zwei Spieler aktiv beteiligt sind. Der Teiler ist zugleich der Bankhalter. Er legt eine Bank von einer bestimmten Höhe und nimmt bis zu dieser Höhe Einsätze an. Verliert der Bankhalter, so kann er neuerlich eine Bank legen, oder aber es übernimmt ein anderer Spieler die Bank.

Spielregeln

  1. Gespielt wird mit einem Paket französischer Karten (32 Blatt), d. i. As, König, Dame, Bube, Zehner, Neuner, Achter, Siebener.
  2. Die Rangordnung der Karten beim Ecarte ist: König, Dame, Bube, As, Zehner, Neuner, Achter, Siebener. Die höchste Karte ist also der König, nicht wie bei den anderen Kartenspielen das As. Das As wird hier von Bube, Dame und König gestochen.
  3. Ecarte wird von zwei Spielern gespielt. Wer die höhere Karte zieht, ist der Teiler.
  4. Es wird gemischt, abgehoben und dann geteilt, und zwar erhält jeder Spieler fünf Karten, zuerst drei, dann zwei.
  5. Die elfte Karte wird vom Teiler offen aufgeschlagen, diese gibt die Trumpffarbe an.
  6. Ist diese elfte Karte ein König, so darf der Teilt einen Punkt für sich markieren.
  7. Die Trumpfkarte spielt nicht mit, sie bleibt während des Spieles offen auf dem Tisch liegen. Erst die nächste Karte wird für das weitere Spiel benutzt.
  8. Ziel des Spieles ist, mindestens drei von den fünf Stichen zu machen.
  9. Ist die Trumpfkarte aufgedeckt, dann prüfen beide Spieler ihr Blatt. Der Nicht-Teiler hat als Erster das Wort.
    a)Wenn er mit seinem Blatt mindestens drei Stiche zu machen hofft, sagt er “Ich spiele!” und das Spiel beginnt.
    b) Wenn er durch Kaufen sein Blatt verbesser möchte, dann sagt er “Karte!” (Carte!), d. h. er wünscht zu kaufen und räumt damit seiner Gegner (dem Teiler) dasselbe Recht ein.
  10. Dem Teiler steht es frei, die Proposition des Nicht-Teilers, zu kaufen, abzulehnen oder anzunehmen je nach der Qualität seines eigenen Blattes.
    a) Wenn er die Proposition des Nicht-Teilers, kaufen zu wollen, annimmt, dann fragt er “Wieviel?” (Wie viele Karten wünschen Sie zu kaufen?) Der Nicht-Teiler wirft dann eine gewisse Anzahl seiner Karten oder auch das ganze Blatt verdeckt weg, nennt die gewünschte Anzahl von Karten, und der Teiler teilt sie ihm zu. Nun kauft in der gleichen Weise auch der Teiler.
    b) Lehnt der Teiler die Proposition des Nicht-Teilers, zu kaufen, ab, dann sagt er “Bitte zu spielen!”, und der Nicht-Teiler muß dann das Spiel, ohne zu kaufen, beginnen.
  11. Nach dem ersten Kauf hat der Nicht-Teiler das Recht, neuerlich einen Kauf vorzuschlagen, und auch diese neuerliche Proposition kann vom Teiler angenommen oder abgelehnt werden. Das geht so fort, bis
    a) der Nicht-Teiler sich entschließt, zu spielen, oder
    b) der Teiler einen weiteren Kauf ablehnt. Dann hat der Nicht-Teiler das Spiel zu beginnen.
  12. Wenn die Trumpfkarte nicht der Trumpf-König war (siehe Pkt. 6), dann markiert der Spieler, der den Trumpf-König im Blatt hat, einen Punkt, wenn er ihn vor dem Spiel ansagt. Wenn der Nicht-Teiler den Trumpf-König als erste Karte ausspielt, dann markiert er in diesem Augenblick einen Punkt.
    Hat der Teiler den Trumpf-König in der Hand, dann kann er die Ansage verschieben, bis der Nicht-Teiler zum ersten Stich ausgespielt hat. Bei seiner Ansage markiert er einen Punkt. Wenn ein Spieler den Trumpf-König im Blatt hat, ihn aber nicht ansagen will, braucht er das nicht zu tun, er darf ihn dann aber auch nicht markieren.
  13. Der Nicht-Teiler spielt als Erster aus mit den Worten “Ich spiele!”. Es ist üblich, beim jedesmaligen Ausspielen die Farbe zu sagen, die man ausspiel nicht aber den Wert der Karte.
  14. Es besteht sowohl Farbzwang als auch Stichzwang. Wird z. B. Herz ausgespielt und man hat Herz im Blatt, so muß man Herz zugeben oder mit Trumpf stechen, wenn man kein Herz hat.
  15. Wer den Stich macht, legt ihn verdeckt auf den Tisch vor sich hin und spielt zum nächsten Stich aus. Das Spiel geht so lange fort, bis alle fünf Stiche gemacht sind.
  16. Die Stiche bzw. Punkte werden entweder notiert oder mit Jetons markiert. Das geschieht in folgender Weise. Jeder Spieler hat zu seiner rechte Hand fünf Jetons auf dem Tisch liegen. Sobald er das Recht hat, einen Punkt zu markieren, schiebt er einen Jeton von seiner rechten Seite auf die linke. Sobald einer der beiden Spieler alle fünf Jetons auf der linken Seite hat, hat er die Partie (Game) gewonnen.
  17. Das Markieren der Stiche.
    a) Wenn der Nicht-Teiler aus der Hand, also ohne zukaufen, drei Stiche macht, so markiert er einen Punkt. Wenn er aber fällt, d. h. wenn er weniger als drei Stiche macht, dann markiert sein Gegner (der Teiler) zwei Punkte für sich.
    b) Wenn der Teiler die Proposition des Nicht-Teilers ablehnt, dann markiert er einen Punkt, wenn er mindestens drei Stiche macht. Macht er aber weniger als drei Stiche, dann darf der Nicht-Teiler zwei Punkte für sich gutschreiben.
    c) Im weiteren Verlauf des Spieles markiert jeder Spieler einen Punkt, wenn er drei Stiche gemacht hat. Es gibt aber keine Strafpunkte, wenn er weniger als drei Stiche macht, d. h. der Gegner darf dann nicht zwei Punkte für sich buchen.
    d) Wenn ein Spieler alle fünf Stiche macht (eine “Vole”), dann markiert er zwei Punkte.
  18. Der Spieler, der als erster fünf Punkte markiert hat, hat die Partie gewonnen.
  19. Beim Ekarte gelten gewisse Blätter, die geeignet sind, drei Stiche zu machen, als sogenannte “Jeux de règle”.
    Wenn der Nicht-Teiler solch ein Blatt in der Hand hat, dann soll er spielen, ohne zu kaufen. Wenn der Teiler solch ein Blatt in der Hand hat, dann soll er die Kauf-Proposition des Nicht Teilers ablehnen. Als “Jeux de règle” gelten:
    a) drei Trümpfe im Blatt;
    b) zwei Trümpfe mit: drei Karten der gleichen Farbe, zwei Karten der gleichen Farbe, wenn eine der selben eine Dame oder ein König ist, zwei Karten der gleichen Farbe und einem König in einer anderen Farbe, zwei Karten der gleichen Farbe (mindestem Bube und As) und einem Bube in einer anderei Farbe;
    c) ein Trumpf mit: drei Karten der gleichen Farbe (mindestens Dame) und einem König in anderer Farbe, vier Karten der gleichen Farbe, darunter der König,
    drei Karten der gleichen Farbe und zwei Königen;
    d) ohne Trumpf, jedoch: zwei Könige und zwei Karten der gleichen Farbe (Dame),
    vier Figuren-Karten, darunter zwei Damen.
  20. Wird verteilt, dann geht das Recht, zu teilen, aui den Gegner über.
  21. Wenn beim Teilen eine Karte offen auffällt, muß neu geteilt werden.
  22. Kein Spieler darf die abgeworfenen Karten oder die abgelegten Stiche ansehen. Wenn er das tut, hat sein Gegner das Recht, zu verlangen, daß er mit offenen Karten weiterspielt.
  23. Wenn ein Spieler mehr Karten zu kaufen wünscht, als noch im Block vorhanden sind, dann muß er so viele von seinen zuletzt abgelegten Karten zurücknehmen, als nötig sind, um sein Blatt auf fünf Karten zu ergänzen.
  24. Wenn der Teiler die Proposition, zu kaufen, angenommen hat und bemerkt, daß für ihn nicht mehr so viele Karten übrig sind, als er zu kaufen wünscht, dann kann er eben nur so viele Karten abwerfen, als noch im Block vorhanden sind.
  25. Die Trumpf-Karte (siehe Pkt. 5) darf niemals zur Ergänzung der zu kaufenden Karten verwendet werden.
  26. Als “Renonce” gilt:
    a) wenn ein Spieler nicht Farbe bekennt,
    b) oder nicht einsticht, obwohl er stechen könnte,
    c) oder mit Trumpf sticht, obwohl er noch die Farbe hat.
  27. Strafen für “Renonce”: Wenn von einem Spieler Renonce gemacht wird, dann müssen alle bereits gespielten Karten zurück in die Hand genommen und es muß offen weitergespielt werden.
    Der Spieler, der Renonce gemacht hat, darf nur dann einen Punkt markieren, wenn er alle fünf Stiche macht.

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