Ecarte

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele, Glücksspiele.

Das Kartenspiel Ecarte gehörte von je zur vornehmen Welt. Wie so manches Kartenspiel kann auch dieses Spiel je nach den Spielregeln zu den Geschicklichkeits- oder zu den Glücksspielen gerechnet werden. Dies kann auch bei dem jetzt so viel gespielten Bridge der Fall sein.

Ecarte wird zu zweien mit französischen Karten gespielt, aber sein Spielbereich erweitert sich durch das Mitspielen der Galerie, der Zuschauer. Der Reiz liegt im schnellen Ablauf des Spiels und in der Erregung durch das Hin und Her zwischen den beiden Spielern und ihren Mitspielern. Beim Aufkommen des Spiels schlossen die Zuschauer Wetten auf den Sieger im Zweikampf der Karten ab. Um nicht von dem unfairen Spiel des Favoriten abhängig zu sein oder gar von dessen Betrügereien, wurde den Zuschauern das Recht gegeben, sich mit Ratschlägen in das Spiel dessen zu mischen, auf den sie gesetzt hatten. Seine ursprünglichen Regeln stempeln das Spiel zum Glücksspiel. Durch eine Abart der Regeln gelangte es in die Zirkel der erlaubten Spiele. Ecarte kann als Geschicklichkeitsspiel bezeichnet werden unter folgenden Bedingungen:

  1. Der König darf nicht »angelegt« werden, d. h. wer den König in der Hand hat, darf sich nicht ohne weiteres einen Point zulegen.
  2. Die beiden Spieler, die das Spiel durchführen, also die Karten in der Hand haben, müssen sich von den am Spiel beteiligten Zuschauern beraten lassen, gleichgültig, ob es sich um den Bankhalter oder seinen Partner handelt.

Unter beraten lassen ist in großen Zügen zu verstehen: Die am Spiel Beteiligten dürfen den, der die Karten in der Hand hat, beraten, ob er das Spiel annehmen soll oder nicht, ferner, welche Karten er ausspielen und beigeben soll.
Bei einem großen Kreis der Beteiligten kann diese Bestimmung kaum eingehalten werden. Einmal ist das Beraten seitens eines großen Kreises durch die unvermeidbaren Meinungsverschiedenheiten zeitraubend. Rasch können aus den Meinungsverschiedenheiten Streitigkeiten entstehen. Wohl aus diesen Gründen wird das Spiel meist nur in solchen Klubs gespielt, in denen die Mitglieder für ihr korrektes und faires Verhalten bekannt sind.

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