Fachbegriffe beim Roulette

Ein Artikel aus der Rubrik Glücksspiele.

Das Roulettespiel hat sich im Laufe der Zeit, wenn man so sagen darf, zu einer Wissenschaft ausgebildet. Umfangreiche, durchaus ernst gemeinte Bücher sind über dieses Glücksspiel par excellence geschrieben und zu hohen Preisen verkauft worden. Es erscheint daher angebracht, hier die wichtigsten Fachbegriffe bekanntzumachen, wie sie die Wissenschafter des Roulettespieles geprägt haben. Jeder, der sich in irgendeiner Form für das Spiel interessiert, sollte mit diesen Fachbegriffen bekannt sein, auch wenn er nicht die Absicht hat, sich zum Systemspieler auszubilden.

  • Das Equilibre (Gleichgewicht). Beobachtet man eine große Anzahl von Coups, wie sie in Wirklichkeit an einem Roulettetisch aufgeschienen sind, so wird man feststellen können, daß innerhalb dieser Zahl ebenso oft Rouge als Noir oder Pair und Impair oder Passe und Manque gekommen ist. Mag das im ersten Augenblick verblüffen, so ist es weiter nicht erstaunlich, wenn man bedenkt, daß dieses Gleichgewichtsgesetz, das sich hier zeigt, eben ein Naturgesetz ist (Gesetz der großen Zahl). Fraglich ist hierbei nur, in wieviel tausenden von Coups dieses Gleichgewicht hergestellt erscheint. Das Gesetz des “Equilibre” gilt natürlich nicht nur für die einfachen Chancen, sondern ebenso für alle anderen, ja sogar für jede einzelne Nummer. Nur wird die Anzahl der Coups, die wir in Betracht ziehen müssen, dann eine noch weit größere sein.
  • Das Ecart (Abweichung). Das regellose Abweichen im Auftreten der einzelnen Chancen im Widerspruch zum Gesetz des Equilibre nennt man Ecart (statistischer Ecart).
  • Die Vibration (Schwingung). Zeigt sich im Auftreten der einzelnen Chancen ein besonders ruheloses, sprunghaftes Hin und Her, so spricht man von Vibration.
  • Die Intermittence (Unterbrechung) nennt man das beständige Wechseln der Chancen, z. B. Rouge – Noir – Rouge – Noir.
  • Die Gagnante (Gewinnende) heißt die Spielmethode, bei welcher der Spieler auf jene Chance pointiert, die eben gewonnen hat. Seine Taktik besteht darin, daß er annimmt, daß mehr Serien als Intermittenzen auftreten werden.
  • Die Perdante (Verlierende) nennt man die Taktik, auf jene Chance zu setzen, die eben verloren hat. Hierbei wird also angenommen, daß mehr Intermittenzen als Serien auftreten werden.
  • Die Retardaire (Zurückbleibende) eine Chance oder Nummer, die lange nicht gekommen ist, die lange ausständig ist.
  • Die Voisins (Nachbarn) nennt man jene Nummern, die sich der Nummer, die eben gewonnen hat, im Zylinder der Roulettemaschine zur rechten oder linken Seite befinden. Beispiel: Gewonnen hat die Nummer 7, dann setzt der Spieler auf die Nummer 28 oder 29, in der Annahme, daß die Kugel von ein und demselben Croupier automatisch mit dem gleichen Kraftaufwand eingeworfen wird. Wie wenig die Spielbank den Voisin-Spieler fürchtet, geht wohl am besten daraus hervor, daß sie gedruckte Kärtchen herausgibt, auf denen die “Voisins” übersichtlich zusammengestellt sind. Auf einem ähnlichen Spieleraberglauben beruht das Pointieren auf einem bestimmten Sektor der Roulettescheibe. Auch bei diesem System, das man “Le tiers du cylindre” (Drittel des Zylinders) nennt, rechnet der Spieler damit, daß die Hand des Croupiers – unabsichtlich wohlgemerkt! – den Lauf der Kugel automatisch so beeinflußt, daß sie mit Vorliebe in einem bestimmten Sektor der Drehscheibe zur Ruhe kommt.
  • Die Dominante wird jene Chance genannt, die nach Beobachtung der Spieler während einer gewissen Zeitspanne häufiger auftritt als die ihr entgegengesetzte.
  • Die Coups precusseurs werden von jenen Spielern gesetzt, die zu bemerken glauben, daß das Spiel die Tendenz hat, gleiche, symmetrische Figuren hervorzubringen, z. B. 3 Rot-1 Schwarz-3 Rot-1 Schwarz.
  • Die Finale wird von jenen Spielern gesetzt, die zu beobachten glauben, daß die Kugel die Neigung hat, Nummern mit gleicher Endzahl hervorzubringen; sie setzen also z. B. 3, 13, 23, 33.
  • Die Sautense (Springerin) wird von den Spielern gespielt, die im beständigen Farbenwechsel ihr Glück zu finden hoffen. Bei dieser Art zu setzen verzichtet der Spieler auf alle Vorteile der Serien, er verliert alle konträren und gewinnt alle günstigen Intermittenzen.
  • Die Avant-derniere (Vorletzte) wird in der Weise gespielt, daß der Spieler stets die Farbe setzt, die beim vorletzten Coup gewonnen wurde. Er spielt also nach Rot-Schwarz auf Rot, nach Schwarz-Schwarz auf Schwarz, nach Schwarz-Rot auf Schwarz und so fort.
  • Die Permanencen nennt man Tabellen, aus denen der Ablauf eines Spieles innerhalb einer gewissen Zeit ersichtlich ist. Solche Tabellen findet man in periodisch erscheinenden Druckschriften, wie sie jedes größere Spielkasino herausgibt. Sie führen alle erschienenen Nummern auf, die an einem bestimmten Tag an jedem Roulette- bzw. Trente-et-Quarante-Tisch herausgekommen sind.

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