Giacomo Jacopo Casanova de Seingalt

Ein Artikel aus der Rubrik Berühmte Spieler.

In den Spielsalons der europäischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts bewegte sich einer der berühmtesten Glücksspieler aller Zeiten, der italienische Abenteurer, Schurke und Liebhaber der Frauen, Giacomo Jacopo Casanova de Seingalt, ein ruheloser Wanderer zwischen den großen berühmten Städten seiner Zeit: Venedig, Paris, Berlin, London, Madrid usw., wie es ihm gefiel oder wie es die Diskretion verlangte. Und wo er sich aufhielt, waren Vergnügen, Spiel, Müßiggang meine Gefährten, schrieb er in seinen berühmten Memoiren.
Als ihn wieder einmal das Glück am Spieltisch im Stich ließ, half ihm eine Dame aus: „Ich verfolgte ein bestimmtes System, hatte aber kein Glück damit und verfügte bald nicht einmal mehr über eine einzige Zechine. Ich sah mich gezwungen, der Dame zu erklären, daß ich alles verloren hatte. Auf ihre Bitte hin verkaufte ich all ihre Diamanten und verlor den gesamten Erlös … Ich spielte weiter, jedoch nur mit kleinen Einsätzen und wartete dabei auf einen Umschwung des Glücks.

Die berühmteste Tat des Abenteurers Casanova bestand in der Flucht aus den Bleikammern Venedigs, in die er als angeblicher Spion eingeschlossen worden war. Den Gipfelpunkt in seiner Spielerlaufbahn hatte er allerdings erreicht, als er in den sechziger Jahren in Paris eine staatliche Lotterie organisierte. Ein französischer Adliger wollte 20 Millionen Francs für eine Militärschule vom König. Der König war nicht abgeneigt, lehnte es jedoch ab, auf staatliche Mittel zurückzugreifen oder die Steuern zu erhöhen, um das Geld zu beschaffen. Casanova erfuhr von den Schwierigkeiten und regte an, die Mittel über eine Lotterie zu beschaffen.
Die Behörden bezweifelten zunächst den Erfolg einer Lotterie. Casanova schwor jedoch, das Volk werde in großer Zahl teilnehmen, so daß der König sogar mit einem Gewinn rechnen könne. Man willigte ein und bestellte Casanova und seine Partner als Beamte der Krone mit dem Auftrag, die Lotterie zu organisieren. Mehrere Verkaufsstellen für die Lotteriescheine wurden eingerichtet, Casanova übernahm selbst eine davon:
In der Absicht, Kunden in mein Geschäft anzulocken, gab ich bekannt, daß alle mit meiner Unterschrift versehenen Lotteriescheine 24 Stunden nach der Ziehung zur Entgegennahme des Gewinns eingereicht werden könnten. Damit zog ich Kunden an und vergrößerte meinen Gewinn … Einige der Inhaber der anderen Verkaufsstellen waren dumm genug, sich bei Calsabigi (seinem Partner) zu beklagen, daß ich ihre Gewinne verdorben hätte, aber er wies sie ab, indem er ihnen erklärte, sie brauchten nur meinen Gedanken ebenfalls in die Tat umzusetzen, sofern sie das Geld dazu hätten.
Meine erste Einnahme betrug 40.000 Francs. Eine Stunde nach der Ziehung überbrachte mir mein Schreiber die Nummern und zeigte mir an, daß wir zwischen 17.000 und 18.000 Francs Gewinne auszuzahlen hätten. Ich gab ihm das Geld.
Die Lotterie nahm am ersten Spieltag in ganz Frankreich insgesamt 2 Millionen Francs ein, die Verwaltung strich davon einen Profit von 600 000 Francs ein, davon hatte Paris allein 100.000 Francs ergeben. Für den ersten Versuch war das ein gutes Ergebnis.

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