Glücksspiel im antiken Rom

Ein Artikel aus der Rubrik Geschichte, Glücksspiele.

Die Gründung Roms im Jahre 753 vor Christus schuf in gewisser Weise einen Sammelpunkt für etruskische Einflüsse, und dazu muß man die fieberhafte Neigung der Etrusker zum Glücksspiel rechnen. Die Etrusker steuerten den kubischen “Würfel” bei. Sie kannten die Lotterie als Begleiterscheinung von Feierlichkeiten aller Art. Die Kinder gewöhnte man frühzeitig an das Glücksspiel, indem man sie mit Nußschalen spielen ließ. Sie kannten “Mensch ärgere dich nicht” und die Entscheidung durch das In-die-Luft-Werfen von Geldstücken.

Das Glücksspiel war für die Römer ein angenehmer Zeitvertreib, gleichwohl war es im Gesetz mit Abwertungen verbunden. Das Substantiv “Aleator” (Spieler) hatte einen schlechten Beigeschmack, es galt als Schimpfwort. Im Gesetz stellte sich das Verhältnis zum Glücksspiel so dar: Spielgewinne waren nicht einklagbar, Spielverluste allerdings. Rechtsprechung und Gesetzestext freilich waren zweierlei. In der Kaiserzeit wurde das Glücksspiel schnell zur Sitte. Während der Saturnalien im Dezember war es gesetzlich gestattet. Die Kaiser Augustus, Caligula, Claudius, Nero und Domitian gaben das ermunternde Beispiel.

Die archäologische Abteilung der Universität Rom enthält zahlreiche Ausgrabungsstücke, aus denen hervorgeht, daß die Römer dem Glücksspiel frönten. Darunter befindet sich ein Tavernenschild, das dem Hungrigen und Spiellustigen allezeit Befriedigung seiner Gelüste verheißt. Dazu zählen präparierte Würfel aus Pompeji, ein Triptychon, auf dem zwei Spieler abgebildet sind, die nach einem über dem Spiel entstandenen Streit vom Wirt auf die Straße gesetzt wurden, ferner Bretter für das Dame-Spiel und Abdrücke von Pflastersteinen und Säulen, auf denen Wetten und Spielergebnisse von vorbeigehenden Spielern gekritzelt worden waren.

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