Hoca

Ein Artikel aus der Rubrik Geschichte, Glücksspiele.

Hoca ist ein Vorläufer des Roulette-Spiels. Also jener Art von Glücksspielen, bei denen man eine Kugel auf einem Rad rotieren ließ, bis sie in eine durch eine Zahl gekennzeichnete Vertiefung fällt. Räder dieser Art waren im frühen 18. Jahrhundert in den Casinos von Frankreich (Saint-Cyr), Deutschland (Baden-Baden), Österreich (Baden bei Wien) und Ungarn (Pest) im Gebrauch. Mit den heutigen Roulette-Ausrüstungen hatte Hoca allerdings nur die Idee gemein. Diese früheren Roulette-Räder waren im Grunde nichts anderes als eine kreisförmige flache Unterlage mit an dem Rand angebrachten Vertiefungen und einer im Zentrum befindlichen Spindel. Auf dieser Spindel befanden sich sechs in gleichen Abständen angeordnete drehbare Speichen, mit anderen Worten: Ein sechsspeichiges felgenloses Rad. Beim Hoca-Spiel, das mit einem solchen Rad gespielt wurde, wurde die Kugel zwischen den Speichen plaziert, deren Länge etwa die Hälfte des Rad-Radius betrug; wenn das Speichenrad bewegt wurde, geriet die Kugel dank der Zentrifugalkraft in die Richtung des mit 40 Vertiefungen versehenen Randes der feststehenden flachen Scheibe und erhielt zugleich einen Drall, der dazu führte, daß sie im Sinne des Uhrzeigers auf der Fläche rollte. Die kreisförmige Fläche war mit einem Rand versehen, so daß die Kugel während des Laufes das Gerät nicht verlassen konnte.

Hoca fand das Interesse des französischen Kardinals Mazarin. Begreiflich, denn er betrachtete das Spiel als ein Mittel, nicht nur die Schatulle des Königs Louis XIV. zu füllen, sondern auch sein eigenes Vermögen zu mehren. Er förderte das Spiel erheblich, gestattete, daß unzählige Casinos in Frankreich eröffnet wurden und erreichte es, daß er als sagenhaft reicher Mann von hinnen schied. Dabei spielte Hoca eine nicht geringe Rolle.

40 Vertiefungen wies das Rad beim Hoca-Spiel auf, und drei davon waren “Zero” (Null). Was in die Null fiel, war praktisch Einnahme des Staates, des Königs und Mazarins. Und die Gewinne waren erheblich. Was vielleicht auch daraus hervorgehen mag, daß nach Mazarins Tod der Betrieb eines Hoca-Casinos mit dem Tode bestraft wurde.

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