Kardinaldomino

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Beim Kardinaldomino wird gefragt, wer den höchsten Stein hat (12 Augen), wenn keiner ihn besitzt, den höchsten Doppelstein (2:5, 2:4, 2:3, 2:2, 2:1, 2:0).

Wer den höchsten Doppelstein besitzt, fängt an, indem er diesen Stein offen auf den Tisch setzt. Der Nachbar zur Rechten hat nun einen Stein anzusetzen, und zwar fortlaufend stets so, daß die beiden aneinander kommenden Halbfelder zusammen 7 Augen zeigen. An eine 6 also eine 1, an eine 5 eine 2 und so weiter. Es darf stets von jedem Spieler nur ein Stein angebaut werden.

Hat er keinen an eine der beiden Ansatzstellen passenden Stein, so muß er bis zu zwei Stück aus dem Stock entnehmen. Findet er auch dabei keinen passenden Ansatzstein, so geht das Spiel an den nächsten weiter. Alle Steine, die auf beiden Feldern zusammen 7 Augen haben, sowie der Nullstein (0:0) sind sog. “Kardinäle” und können stets angesetzt werden; man tut aber gut, damit nicht zu voreilig zu sein, und setzt sie erst an, wenn der “Stock” leer ist. Die “Kardinäle” sind: 6:1, 5:2, 4:3, 0:0. Setzt man sie an, so muß man darauf achten, sie so anzusetzen, daß der weitere Anbau mit Steinen erfolgen muß, die schon oft im Spiel angesetzt worden sind, um den Mitspielern den Anbau schwierig zu machen. Auch darf man niemals seinem Vordermann Einblick in seine Steine gestatten, damit er nicht den Ansatz verbaut, und muß stets danach trachten, zuerst seine Doppelsteine loszuwerden. Kann keiner mehr ansetzen, so ist das Spiel beendet. Jeder Spieler bekommt soviel Punkte angeschrieben, wie seine überbehaltenen Steine Augen zeigen. Man rechnet die Differenz entweder nach Schluß einer bestimmten Anzahl Spiele gegeneinander auf oder bestimmt vorher, daß der verloren hat, der zuerst über 50 oder 100 Punkte kommt. An ein Nullfeld kann nur ein Kardinalstein angesetzt werden. Das Spiel läßt sich bei einiger Ubung durch planmäßiges Ansetzen mit feinster Berechnung spielen.

Bleibt nur ein Spieler auf seinem Steine hängen, so bekommt er auch die Augen angeschrieben, die etwa noch im “Stock” liegen.

Kardinaldomino
Die obige Partie wurde von fünf Personen gespielt. 6:6 wurde angesetzt (X), über blieben 4:0, 2:0, 3:3 = 12 Augen. Die vier Kardina1steine (K) sind sämtlich an Nullfelder angesetzt worden. Wären sie an Punktfelder gesetzt, so würden wahrscheinlich mehr Augen übergeblieben sein. Die Partie hat oben geendet; man sieht, die Kardinalsteine sind bis auf einen (4:3) bis zum Endspiel zurückgehalten worden.

Schlagwörter: