Mogeln

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Beim Kartenspiel Mogeln ist erlaubt, was sonst verboten ist. Es darf nach Lust und Laune betrogen werden! Freilich droht auch hier dem Ertappten Strafe. Aber tröstlicherweise wird auch der bestraft, der den Falschen erwischt und ihn des Mogelns bezichtigt.

Teilnehmen können beliebig viele Spieler. Sind es nicht mehr als fünf, reicht ein Spiel zu zweiundfünfzig Blatt. Ist die Gesellschaft größer, etwa anläßlich eines Kindergeburtstages, nimmt man zwei Kartenspiele. Alle Karten werden verteilt. Da 52 nur durch 2 und 4 teilbar ist, bekommt – wenn mehr mitmachen – nicht jeder die gleiche Anzahl Karten. Das ist aber keineswegs entscheidend für die Gewinnchancen.

Das Spiel ist ganz einfach: Links vom Geber beginnend, legt man der Reihe nach je eine Karte verdeckt auf der Tischmitte ab und sagt dazu an: 2, 3, 4 usw. bis zum As. Dann beginnt man wieder mit der Zwei.

Man braucht aber nicht die Karte hinzulegen, deren Wert man ansagt, sondern darf statt dieser eine x-beliebige wegwerfen. Man kann auch gar nicht immer die passende Karte ablegen, weil man eine solche vielleicht nicht im Blatt hat. Dann also “mogelt” man, und dies mit der ehrlichsten Miene!

Wenn einer der Mitspieler glaubt, es sei gemogelt worden, dann klopft er auf den Tisch. Die letzte Karte wird umgedreht – und der ertappte Betrüger muß den gesamten Stapel vom Tisch an sich nehmen! Ist die Karte jedoch die angesagte, dann muß derjenige den Stapel nehmen, der geklopft hat.

So oder so – das ist immer bitter, denn Sieger ist am Ende jener, der alle seine Handkarten abgelegt hat. Um dies überhaupt zu erreichen – die Mitspieler klopfen ja bestimmt, wenn einer nur noch ganz wenige Karten hat -, empfiehlt es sich, daß er insgeheim abzählt, mit welchem Kartenwert er an der Reihe sein wird. Ist das zum Beispiel eine Zehn, dann hebt er sich diese auf und legt “ehrlich” weg. Gewitzte Spieler legen es darauf an, den Stapel vom Tisch zu bekommen. Dann nämlich, wenn sie bereits drei Karten eines Wertes in der Hand haben und die vierte hinzugewinnen wollen. Hat einer nämlich vier Damen (oder vier von anderen Werten), dann ist er fein heraus. Er weiß genau, daß der gemogelt hat, der eine Karte ablegte und dazu “Dame” sagte. Nun wird er aber erst dann klopfen, wenn sich ein hoher Stapel angesammelt hat, damit es sich auch wirklich lohnt! Ein beliebter Trick ist auch, zwar die richtige Karte wegzulegen, diese aber scheinbar wahllos, ohne hinzuschauen, aus der Handkarte zu ziehen und dazu ein verschmitzt-schuldbewußtes Gesicht zu machen. Wer dann klopft, ist der Dumme!

Schließlich schieben ganz abgebrühte Mogler auch ab und zu mehrere Karten so zusammen, daß sie wie eine aussehen, und sie legen dann gleich drei oder vier auf einmal ab. Werden sie dabei erwischt, müssen sie den Stapel auch dann nehmen, wenn die oberste dem angesagten Wert entspricht.

Das Spiel zieht sich oft sehr lange hin, weil ja mitunter derjenige, der sich schon als Sieger sah, einen fetten Stapel “zugeklopft” bekommt. Da heißt es dann: Nicht ärgern, sondern mitlachen!

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