Pandavas und Kauravas

Ein Artikel aus der Rubrik Falschspieler, Geschichte.

In der indischen Hochkultur, deren Beginn man etwa mit dem Jahr 2500 vor Christus ansetzt, gibt es historische Niederschriften erst mit den Veden. Sie sind in der Hauptsache von Priestern zu Ehren der Gottheiten verfaßt worden. Aber sie geben auch über die Sozialgeschichte der Indo-Arier in dem zweiten Jahrtausend vor Christus Aufschluß. Und da erfährt man einiges über Wagenrennen und Würfelspiel. 1500 vor Christus war das Glücksspiel auch da munter im Schwange.

Präparierte Würfel zum Beispiel spielten eine große Rolle, als es zwischen den Familien der Pandavas und der Kauravas um ein Königtum ging. Ursache des entscheidenden Spiels war der Neid der Kauravas gegenüber den Pandavas, deren Glücksstern zu jener Zeit kaum hätte höher stehen können. Duryodhana, der Anstifter der Herausforderung der Kauravas, hatte in Sakuni einen Onkel, der mit gefälschten Würfeln jedes Spiel nach Gefallen entscheiden konnte. Yudihishtira, der Vertreter der Familie Pandavas, war kein Spieler und daher hoffnungslos unterlegen. Gleichwohl vermochte er nicht zu widerstehen. Da es sich um eine Angelegenheit zwischen zwei gleichgestellten Familien (Radschahs) handelte, stand die Ehre auf dem Spiel.

Yudihishtira verspielte alles, was er besaß, darunter hunderttausend Sklaven und Sklavinnen, sein Königreich. Aber damit nicht genug, er setzte seinen Bruder und schließlich sich selbst ein. Schließlich bot Sakuni, der Falschspieler, an, er werde alles gegen das Weib des Yudihishtira, die Draupadi, setzen. Sakunis Würfel waren wiederum die besseren. Die Pandavas mußten ins Exil. Draupadi aber schwor: “Mein Haar wird nicht mehr gemacht, bis die Kauravas von den Pandavas erschlagen worden sind.”

Schlagwörter: ,