Pharao

Ein Artikel aus der Rubrik Glücksspiele.

An den Tischen der Spielbanken in den Bädern des 17. und 18. Jahrhunderts wurde meist das Kartenspiel Pharao gespielt.
Es galt als das vornehmste, beliebteste, verbreitetste, aber auch verrufenste Glücksspiel. Der Bankhalter, in den öffentlichen Spielbanken der damaligen Zeit der Unternehmer oder sein Vertreter, setzte eine Summe, über die hinaus er keine Auszahlung auf Gewinnsätze zu machen brauchte, wenn er nicht anzeigte, daß er über hält. Er zeigte auch zugleich an, ob er va banque, d. h. das Ganze halten lassen wollte, oder was sonst als höchster Einsatz gelten sollte. Wurde nach der Anzeige des Überhaltens die Bank gesprengt, so mußte der Bankhalter alle Gewinne nachzahlen.

Pharao Spielregel

An dem Pharao Spiel können 5 Personen teilnehmen. Der Bankhalter verteilt von zwei französischen Kartenspielen zu je 52 Karten eins an die Spieler. Jeder erhält 13 Karten: As, das ist 1 bis 10, und drei Bilder: König, Dame, Bube. Der Spieler setzt davon auf eine oder mehrere. Diese 13 Karten heißen im Spieljargon ein Buch. Von dem anderen Kartenspiel nimmt der Bankhalter die oberste und unterste Karte weg. Liegt eine der Karten bei einem Spieler, so wird diese abgedeckt. Dann zieht der Bankhalter je zwei Karten vom Talon (das sind die Karten, die er in der Hand hält), legt die eine links, die andere rechts auf den Tisch. Die erste Karte gewinnt für den Bankhalter, die zweite für den Spieler. Bei den 52 Karten können also 25 Abzüge erfolgen. Kommt ein Plie, d. h. zwei gleichartige Karten, beim Abzug, so verliert der Spieler, der sie gesetzt hat, die Hälfte des Einsatzes. Nach jedem Abzug kann der Spieler neue Karten besetzen, muß aber die ersten Einsätze stehen lassen. Will ein Spieler den Gewinn auf einer Karte nicht einziehen, so wird die Karte irgendwie bezeichnet. Früher wurde ein Ohr (läppe) eingekniffen, heute wird gewöhnlich eine Ecke belegt, d. h. der Spieler hat eine Forderung an die Bank. Bedeckt der Spieler die halbe Karte – früher wurde sie quer gebrochen -, so heißt dies Paroli. Damit deutet der Spieler an: Sein Einsatz und Gewinn wird dem Bankhalter entgegengesetzt. Gewinnt diese Karte, so erhält der Spieler den dreifachen Betrag, nämlich den ersten Gewinn und den doppelten aus Paroli. Verliert er, so zahlt er den einfachen Satz. Kommt Plie, so geht er ohne Gewinn und Verlust aus. Der Einsatz kann auch gesteigert werden, was natürlich Gewinn und Verlust erheblich erhöht.

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