Poch

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Das Kartenspiel Poch wird mit drei oder mehr Personen und einem normalen Skatblatt (32 Karten) gespielt. Zum Poch-Spiel benötigt man ein Pochbrett.

Spielregeln

Kartenwerte (Reihenfolge): As, König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht, Sieben.

Augen und Stiche werden nicht bewertet.

Trumpffarbe: Herz. Es können nach Vereinbarung auch andere Karten bei Beginn des Spieles als Trumpf ausgelegt werden. Außer den Trümpfen, die jede andere Karte übersteigen, sind alle Karten gleichwertig.

Zum Poch-Spiel benötigt man ein Pochbrett, das in jedem Spielwarengeschäft erhältlich ist. Mit einfachen Mitteln läßt sich dieses jedoch aus Pappe oder aus Sperrholz anfertigen. In eine runde Scheibe werden neun Kreise eingezeichnet (davon acht Kreise gleichmäßig am Innenrande und ein Kreis in der Mitte). Die Kreise können ausgeschnitten und mit Vertiefungen versehen werden, damit die Spielmarken in ihnen Platz finden können. Die Größe der Kreise bzw. der Löcher richtet sich nach der Zahl der Teilnehmer. Das Pochbrett sieht dann so aus, wie die Skizze es zeigt:

Pochbrett

Pochbrett

Die Buchstaben in der Zeichnung bedeuten: As = Einsatz gehört dem Besitzer des Trumpf-As; 7,8,9 = Einsatz gehört dem Besitzer der Herz. Trumpf-Sieben, Acht, Neun (fehlt eine einzige Karte dieser Herz, so bleibt der Einsatz stehen); B = Einsatz für den Besitzer des Trumpf-Bube; der Einsatz in K gehört Herz-König (falls Herz Trumpffarbe ist), der Einsatz in D wird der Trumpf-Dame zugeschrieben. Befinden sich Trumpf-König und -Dame in einer Hand (Heirat), so kann der Besitzer die Einsätze in KD und außerdem die von K und D kassieren. P = Einwurf für alle Pochspieler, der mittlere Einsatz gehört dem Gewinner am Schluß des Spieles. Sind die auf Pappe oder auf Sperrholz eingezeichneten Kreise recht groß, so brauchen sie nicht unbedingt ausgeschnitten zu werden, der Einsatz an Spielmarken wird dann einfach auf alle Kreise gelegt. Jeder Teilnehmer erhält vor Beginn des Spieles eine gleiche Anzahl von Spielmarken (etwa einhundert) ausgehändigt.

Das Pochspiel besteht aus drei Teilen:

  1. dem Ansagen der Trumpfkarten,
  2. dem Pochen,
  3. dem Hauptspiel.

Das Ansagen der Trumpfkarten

Die Teilnehmer sitzen um einen Tisch, in dessen Mitte sich das Pochbrett befindet. Jeder legt auf die neun Kreise (Löcher) eine Spielmarke. In jedem Kreis (Behälter) liegen also soviel Marken, wie Teilnehmer mitspielen.

Der Kartengeber verteilt die Karten gleichmäßig, und zwar einzeln. Sind zwei Spieler vorhanden, so erhält jeder 16 Karten, drei Spieler erhalten je 10 Karten. Vor- und Hinterhand bekommen zusätzlich noch 2 Karten. Vier Spieler erhalten je 8 Karten, fünf Spieler bekommen dagegen 6 Karten. Vorhand und nächster Spieler erhalten zusätzlich noch je l Karte, für den Spielverlauf ist es unbedeutend, ob einige Spieler eine Karte mehr oder weniger erhalten.

Wie schon gesagt, wird Herz meist als Trumpffarbe gewählt, dadurch wird das Spiel für Kinder einfacher und einprägsamer. Es kann jedoch vereinbart werden, daß die erste oder die letzte Karte der Ausgabe die Trumpffarbe bestimmt. Vor Spielbeginn muß darüber Klarheit herrschen. Nun beginnt das Ansagen der Trumpfkarten. Vorhand beginnt. Dieser Mitspieler weist evtl. vorhandene Trumpfkarten vor und entnimmt den Einsatz dem vorgezeichneten Kreise. Angenommen, er besäße Trumpf-As und Trumpf-Zehn. Er weist diese Karten vor und entnimmt zugleich die Spielmarken der betreffenden Werte den Kreisen As und 10. Der nächste Spieler ist nun an der Reihe. Angenommen, er besäße König und Dame der Trumpffarbe. Er zeigt diese vor und entnimmt dem Kreis KD den Einsatz, außerdem darf er auch die Kreise K und D noch ihres Einsatzes berauben. So geht es reihum, bis alle Trumpffarben vorgewiesen sind. Da es selten vorkommt, daß die Herzen 7, 8 und 9 in einer einzigen Hand vereinigt sind, muß dann der Einsatz bis zum nächsten Spiel in diesem Kreis stehen bleiben. Vergißt ein Spieler, sich mit seinen Trumpfkarten zu melden, so kann der Irrtum nicht mehr gutgemacht werden, die Einsätze bleiben ebenfalls bis zum nachsten Spiel stehen.

Eine Abweichung bestimmt auch, daß drei andere Karten, die unmittelbar aufeinander folgen, als Herzen gelten, so z. B. könnten in diesem Falle Trumpf-König, Trumpf-Dame und Trumpf-Bube als Herzen gelten, und deren Besitzer dürfte den Gewinn von 7, 8, 9 einkassieren.

Eine andere Abweichung sieht vor, daß sich in dem Falle, wo sich die Einsätze in dem Herzkreis 7, 8, 9 zu sehr anhäufen, mit Zustimmung aller Mitspieler sich die Besitzer dieser Trumpfkarten anteilmäßig in den Einsatz teilen. Wer also 2 Karten hat, erhält 2/8, der andere nur 1/8 der Summe.

Das Pochen

Mit dem Pochen beginnt der zweite Teil des Spiels. Jeder Mitspieler ordnet seine Karten zweckmäßig nach gleichen Werten (z. B. 2 Asse, 3 Zehnen, 4 Damen usw.). Zwei, drei oder gar vier Karten gleicher Werte in einer Hand nennt man beim Pochspiel “Kunststücke”. Die Anzahl der gleichen Kartenwerte gibt zunächst deren Rang untereinander an, so gilt ein Kunststück mit 3 Achten mehr als ein Kunststück mit 2 Achten; ein Kunststück mit 4 Königen steht höher als eins mit 3 Königen. Bei gleicher Zahl wird die Rangstellung der Karte beachtet. 3 Damen gelten weniger als 3 Könige, 4 Neunen gelten dagegen mehr als 4 Sieben. Dagegen stehen diese 4 Sieben höher als 3 Asse. Besitzen zwei Spieler zufällig die gleichen Kartenwerte, so gilt das Kunststück als das höhere, das die Trumpfkarte besitzt. Beispiel: A meldet ein Kunststück mit Kreuz-König und Pik-König, B meldet dagegen ein Kunststück mit Trumpf-König und Karo-König; in diesem Falle wird das Kunststück von B als ranghöchstes angesehen. 4 Asse stellen beim Pochspiel das höchste Kunststück dar, das überhaupt erreicht und gemeldet werden kann.

Wer also Kunststücke vorgenannter oder ähnlicher Art besitzt, kann sich an dem Pochen beteiligen. Pochen bedeutet, daß jeder Mitspieler, beginnend mit Vorhand, Meldungen machen kann. Angenommen, Vorhand (= A) besäße 2 Asse, 3 Damen und 4 Achten, dann wird er sagen: “Ich poche 4 Achten!” Gleichzeitig legt er eine Spielkarte in das Pocherloch. Alle Spieler, die nun ebenfalls 4 gleiche Kartenwerte haben, überbieten und legen eine Spielmarke ein. Derjenige, der den höchsten Wert meldet, erhält den Einsatz des Pocherloches ausgezahlt. Je größer der Teilnehmerkreis ist, desto interessanter gestaltet sich das Pochen. Einer sucht den andern zu überbieten. Die gemeldeten Karten müssen vorgezeigt werden. Wer nicht höher bieten kann, paßt. Das Pochen geht von Vorhand beginnend reihum und endet beim Kartengeber.
Nachpochen

In manchen Gegenden wird dieses Pochen in weiteren Runden durch Nachpochen erweitert. Jeder Spieler, der noch Kunststücke in seiner Hand hält, die bisher nicht gemeldet wurden, besitzt nun die Möglichkeit, diese nachzupochen. Der Kartengeber fragt nach Beendigung der ersten Runde: “Wer will noch nachpochen?” A (Vorhand), der noch 3 Achten besitzt, erklärt: “Ich poche nach!” Neu ist bei dieser Art des Pochens, daß das Kunststück weder genannt, noch vorgewiesen wird. Auch kann er beliebig viele Spielmarken in das Pocherloch legen. Wer mitgehen will, muß mindestens die gleiche Anzahl der Spielmarken wie sein Vormann einzahlen. Hat A also beim Nachpodien vier Marken eingezahlt, so muß B ebenfalls vier Marken einzahlen, er darf jedoch den Einsatz erhöhen. Legt B beim Nachpochen also fünf Spielmarken ein, so muß der nächste Spieler, der nachpochen will, auch fünf Marken einzahlen. Erst dann, wenn die Runde beendet ist, weist jeder der Reihe nach sein Kunststück vor. Derjenige, der das höchste Kunststück besitzt, erhält den gesamten Poch-Einsatz.

Dieser ersten Runde des Nachpochens können noch weitere Runden folgen, sofern dies möglich ist. Es ist nicht erlaubt, bereits gemeldete Kunststücke noch einmal zu verwenden. Das Nachpochen wird solange betrieben, bis keiner mehr ein weiteres (nicht gemeldetes) Kunststück besitzt.

Das Hauptspiel

Nach Beendigung des Pochens bzw. des Nachpochens (falls dies mit ausdrücklicher Zustimmung der Mitspieler zugelassen wurde) beginnt das eigentliche Hauptspiel. Es besteht aus einer sinnvollen und planmäßigen Ablage der Karten. Trumpf gibt es beim Hauptspiel nicht mehr. Auch die Kunststücke haben jetzt keine Bedeutung mehr. Die vier Asse stellen also die höchsten Werte dar. Wer ein As auflegt, kann nicht überboten werden, er darf die nächste Karte aufspielen. A (= Vorhand) spielt die erste Karte auf. Er wird eine niedrige Karte aufspielen, von der er das As besitzt. Er hält in Händen: Pik-As, Pik-Zehn, Pik-Sieben, Herz-König und Herz-As. Er hat nachgehalten, daß beim Pochen die Pik-Acht abgelegt wurde, deshalb spielt er nun die Pik-Sieben auf. Da beim Hauptspiel von unten nach oben abgelegt werden muß, kann niemand aus der Runde eine Karte ablegen (Pik-Acht ist nicht mehr im Spiel). A könnte nun Pik-Zehn auflegen, aber dann würde der Mitspieler, der Pik-Bube besitzt, ans Aufspielen kommen. So legt er Pik-As ab. Niemand kann überstechen. A spielt weiterhin Herz-As und anschließend Herz-König auf. Auch diese können nicht überstochen werden. Jetzt, da er nur noch eine Karte in der Hand hat, beendet er das Spiel, er ruft: “Halt!” und legt die Pik-Zehn auf. Das Spiel wäre damit beendet, ohne daß auch nur einer der Mitspieler eine einzige Karte abgelegt hätte. A würde als Gewinner von jedem Mitspieler soviele Marken erhalten, wie jeder Karten in der Hand hält.

In den seltensten Fällen wird sich eine solch günstige Kartenzusammenstellung vorfinden. Da heißt es aufpassen und nachhalten! Wer viele Karten in der Hand behält, muß auch viel zahlen.

Der Gewinner erhält außer der Marke, die für jede übriggebliebene Karte zu entrichten ist, auch noch den Einsatz des Mittelloches im Pochbrett.

Regeln, die zu beachten sind:
Es muß unbedingt der nächsthöhere Wert der gleichen Kartenfarbe auf die aufgespielte Karte gelegt werden. Auf Herz-Dame kann beispielsweise nur Herz-König abgelegt werden, auf Kreuz-Bube folgt nur Kreuz-Dame. Das As jeder Farbe ist die höchste Karte, es kann von keinem Mitspieler überboten werden. Wer ein As aufspielt oder zulegt, darf die nächste Karte aufspielen. Im Verlauf des Spiels kann es vorkommen, daß eine Karte stehen bleibt. Wurde beispielsweise die Pik-Zehn beim Pochen abgelegt, so kann die Pik-Neun von keinem überboten werden. Wer sie aufspielt, besitzt das gleiche Recht wie derjenige, der ein As aufspielt, er ist also zum weiteren Aufspielen berechtigt. Solche Karten nennt man auch “Stehkarten”. Der Aufspieler wird meist die niedrigsten Karten zuerst auflegen, um recht lange am Spiel zu bleiben.

Spiel mit Stichen und mit Trumpffarbe

Bei dieser Abweichung gilt die gleiche Reihenfolge: As, König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht, Sieben. Vorhand wirft die höchste Karte auf. Ist es ein As, so müssen alle Mitspieler die gleiche Farbe abwerfen. Jede Trumpfkarte übersticht jedoch das As. Wer die höchste Trumpfkarte abwirft, hat den Stich gewonnen. Jeder muß bedienen oder trumpfen; Wer nicht bedienen oder trumpfen kann, wird überschlagen, er darf keine andere Karte abwerfen. Jeder Spieler legt die erworbenen Stiche vor sich hin. Wer am Schluß des Spieles die meisten Stiche hat, ist Gewinner. Haben zwei oder drei Spieler die gleiche Anzahl an Stichen, so teilen sie sich in den Gewinn. Der Einsatz wird dem Mittelloch entnommen. Wer keinen Stich erhalten hat, muß an den Gewinner für jede restliche Karte eine Marke zahlen.

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