Poker

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele, Glücksspiele.

Poker ist ein Kartenspiel, dessen Regeln verhältnismäßig einfach zu erlernen sind, dessen Durchführung aber vom Spieler eine besondere Art der Haltung oder Einstellung erfordert, die nicht so ohne weiteres sinnfällig gemacht werden kann. Wir werden deshalb versuchen, mit Hilfe des Vergleiches zu einem klaren Bild zu kommen. Skat und Bridge scheinen dazu am geeignetsten zu sein. Diese beiden Spiele stellen geistige Anforderungen an den Spieler, denn sie bieten sich als Kombinationsspiele dar; gute Spieler können bei diesen Spielen aus mittelmäßigen Karten mit Hilfe scharfsinnigen Kombinierens noch etwas herausholen. Beim Poker geht es nun nicht nur darum, die eigenen Chancen und die des Gegners richtig zu beurteilen, sondern weit mehr noch darum, die Pläne des Gegners zu durchschauen und die eigenen Pläne zu tarnen. Dadurch wird Poker ein reines Bluffspiel, denn sobald es einem Spieler gelingt, die in diesem Betracht benötigten Taktiken zu erfassen und zu beherrschen und seine Haltung entsprechend zu regulieren, kommt er dem Ziele nahe, das darin besteht, die Gegenspieler, die möglicherweise unvergleichlich bessere Karten besitzen, an der Nase herumzuführen und sie um den Sieg zu bringen.

Poker ist kein neues Spiel; man hat es vor Jahrhunderten schon überall in der Welt gespielt, und zwar in den verschiedensten Formen. Im 19. Jahrhundert hat es eine bis zu einem gewissen Punkt endgültige Form erlangt, d. h., die Hauptregeln sind überall gleich, aber der Varianten gibt es am Rande so viele, daß es gerechtfertigt scheint zu behaupten, dies Spiel werde in jeder Gesellschaftsrunde anders gespielt. Jedem der Spieler, der sich am Poker beteiligen will, muß deshalb von vornherein der Rat gegeben werden, sich bis zur nebensächlichsten Einzelheit vorher darüber zu informieren, welche Regeln in der jeweiligen Runde gültig sind, denn sonst könnte es wahrhaftig böse Überraschungen für ihn geben.

Poker Regeln

Am Poker, speziell dem hier beschriebenen Draw Poker, können zwei bis acht Personen teilnehmen. Benutzt wird ein Pack von 52 Karten; hier und da wird noch ein Joker in das Spiel einbezogen. Es gibt also in jeder der vier Farben Pik, Herz, Karo und Kreuz 13 Karten in folgender Wertabstufung: As, König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht, Sieben, Sechs, Fünf, Vier, Drei, Zwei. (Wie wir sehen werden, kann jedoch das As auch als Eins auftreten.)

In manchen Punkten erinnert Poker an das Romme-Spiel, besonders im Hinblick darauf, daß bestimmte Kartenzusammenstellungen, die die einzelnen Spieler in ihren Händen haben, bewertet werden; es gibt hier also kein Ausspielen, kein Stechen, keine Stichbewertung.

Jeder Spieler hat nur fünf Karten in der Hand. Auf diese fünf Karten sind alle in diesem Spiel in Betracht kommenden Kartenzusammenstellungen beschränkt. Immerhin sind diese Zusammenstellungen recht verschiedenartig. Wir führen sie in unserer Darstellung mit ihren englischen Bezeichnungen vor, weil überall in der Welt unter Pokerspielern diese Bezeichnungen üblich sind.

Da ist zuerst der Straight flush, das ist eine Folge von Karten – in unserem Falle zwangsläufig fünf – der gleichen Farbe, die eine ihren Werten nach lückenlose Reihe bilden, also einander unmittelbar benachbart sind; z. B. Herz-Bube, Herz-Zehn, Herz-Neun, Herz-Acht und Herz-Sieben; oder Karo-Acht, Karo-Sieben, Karo-Sechs, Karo-Fünf und Karo-Vier. Man bezeichnet solche Folgen auch als Farbensequenzen. Diese Farbensequenzen haben nicht etwa immer den gleichen Wert; die oberste Karte, also die erste, bestimmt ihren Wert, oder besser: sie macht es zumindest möglich, die betreffende Farbensequenz ihrem Werte nach gegen andere Farbensequenzen abzustimmen. Beispielsweise ist eine Sequenz, die mit der Dame beginnt, höher zu bewerten als eine, die mit dem Buben beginnt. Danach ist die höchste Sequenz diejenige, deren erste Karte das As ist. Im letzten Fall redet man von einem Royal flush. Wie schon oben in Parenthese angedeutet worden ist, kann das As auch als kleinste Karte, nämlich als Eins, in Erscheinung treten, beispielsweise in der Folge Kreuz-Fünf, Kreuz-Vier, Kreuz-Drei, Kreuz-Zwei, Kreuz-Eins.

Als nächste wichtige Kartengruppierung ist das Four of a kind zu verzeichnen. Wir bezeichnen solche Zusammenstellung im Deutschen mit dem Namen “Viererpasch”. Beim Poker versteht man darunter vier Karten des gleichen Ranges, zu denen als fünfte irgendeine beliebige Karte hinzutritt, also beispielsweise Pik-Fünf, Herz-Fünf, Karo-Fünf, Kreuz-Fünf und Karo-Acht. Treten im Spiel zwei Spieler, die beide einen Viererpasch besitzen, gegeneinander an, so ist der im Vorteil, der den Viererpasch mit den höheren Kartenwerten in der Hand hat; so zählen z. B. vier Damen mehr als vier Zehnen.

Als Full house (oder auch Full hand) wird eine Gruppe von fünf Karten benannt, in der drei Karten gleichen Ranges mit zwei Karten anderen, aber unter sich gleichen Ranges zusammen sind, z. B. Herz-Fünf, Karo-Fünf, Kreuz-Fünf mit Pik-Drei, Kreuz-Drei. Der Dreierpasch, der in dieser Zusammenstellung steckt, ist maßgebend, d. h., der Dreierpasch mit den höheren Kartenwerten sichert den Gewinn, während der Zweierpasch in diesem Punkte unbeachtet bleibt. Fünf beliebige Karten einer Farbe nennt man einen Flush schlechthin. Bei ihm spielt die höchste Karte eine Rolle; sind bei zwei solchen Gruppierungen, die gegeneinander stehen, die höchsten Karten gleich, dann ist die zweite Karte die für den Gewinn entscheidende. Von den beiden Gruppen Herz-Dame, Herz-Bube, Herz-Acht, Herz-Drei, Herz-Zwei einerseits und Pik-Dame, Pik-Zehn, Pik-Sieben, Pik-Fünf, Pik-Vier andererseits ist beispielsweise die erste die höher zu bewertende.

Fünf Karten in einer Sequenz, aber in verschiedenen Farben, bezeichnet man beim Poker als Straight schlechthin. Als Beispiel diene die Reihe Karo-Zehn, Pik-Neun, Herz-Acht, Pik-Sieben, Kreuz-Sechs. Wie beim Straight flush entscheidet für den Gewinn die höchste Karte. Bei zwei Straights mit verschiedenen Farben, die die gleiche Kartenfolge aufzuweisen haben, verfährt man entweder in der Weise, daß die Spieler sich den Gewinn teilen, oder man gibt dem Farbenwert der höchsten Karte den Vorzug; z. B. gilt eine gemischte Sequenz, die mit der Herz-Zehn beginnt, weniger als eine, die mit der Kreuz-Zehn beginnt.

Als ein Three of a kind (oder Triplet) wird eine Zusammenstellung von fünf Karten bezeichnet, die zwar drei Karten des gleichen Ranges (einen Dreierpasch) enthält, deren andere Karten aber ganz beliebige sind. Die Reihe Pik-Zehn, Herz-Zehn, Karo-Zehn, Kreuz-Fünf, Herz-Zwei möge hier als Muster stehen. Die Höhe der Karten, die den Dreierpasch in solcher Gruppierung bilden, ist wieder maßgebend für den Gewinn. Es versteht sich von selbst, daß in jedem Fall ein Full house mehr zählt als ein Three of a kind, selbst wenn der Dreierpasch des Three of a kind aus Königen, der des Full house hingegen nur aus Buben besteht.

Eine Zusammenstellung von zwei Karten des gleichen Ranges mit zwei Karten anderen, aber unter sich gleichen Ranges und einer beliebigen fünften Karte gilt als Two pairs, z. B. Herz-Sechs, Karo-Sechs, Pik-Drei, Karo-Drei und Kreuz-Neun. Für den Gewinn ist das höhere Paar maßgebend; bei gleichem höchstem Paar ist die Höhe des zweiten Paares ausschlaggebend; ist auch das zweite Paar gleich hoch, wird zur endgültigen Entscheidung die fünfte Karte herangezogen. Sollte also z. B. ein Spieler zwei Könige, zwei Zehnen und eine Acht, ein anderer Spieler gleichfalls zwei Könige, zwei Zehnen, aber als fünfte Karte eine Vier haben, so geht der erste aus dem Spiel als Gewinner hervor.

Als dem Wert nach niedrigste Kartenzusammenstellung gilt One pair, bei welchem nur zwei Karten des gleichen Ranges in Erscheinung treten, die drei anderen Karten jedoch ganz beliebige sind. Haben zwei Spieler gleiche Paare, so ist die höchste der drei Nebenkarten für den Gewinn entscheidend. Wenn also z. B. ein Spieler Herz-As, Kreuz-As, Pik-Zehn, Herz-Sechs und Karo-Vier, ein anderer Spieler Pik-As, Karo-As, Herz-Sieben, Pik-Drei und Karo-Zwei in der Hand hat, so gewinnt der erste Spieler.

Die acht soeben aufgeführten Kartengruppierungen und auch ihre dem Wert nach abgestufte Rangordnung muß man sicher im Gedächtnis haben, wir führen sie deshalb noch einmal auf: Straight flush (Farbensequenz), Four of a kind (Viererpasch), Full house (Volle Hand), Flush (Farbe), Straight (gemischte Sequenz), Three of a kind (Dreierpasch), Two pairs (zwei Paare), One pair (ein Paar).

Hier und da pokert man noch mit einigen zusätzlichen Zusammenstellungen, die der Vollständigkeit wegen mit gleichzeitiger Angabe ihrer Stellung innerhalb des Wertesystems hier aufgeführt seien. Da sind zuerst zwei Sequenzen, die durch ihren besonderen Bau auffallen: die eine, Skip straight genannt, setzt sich aus fünf Karten beliebig gemischter Farben zusammen, die zwischen sich die gleichen Zwischenräume aufweisen, z. B. Herz-Bube, Karo-Neun, Kreuz-Sieben, Herz-Fünf, Karo-Drei; die andere, Round the corner straight genannt, ist eine normale Sequenz ohne Zwischenräume von fünf Karten beliebig gemischter Farben, bei der aber genau in der Mitte, also als dritte Karte, ein As stehen muß, welches gleichzeitig als Eins fungiert, z. B. Herz-Drei, Karo-Zwei, Pik-As, Herz-König, Kreuz-Dame. Beide Sequenzen rangieren gemäß ihrem Wert zwischen einem Straight und einem Three of a kind. Dann gibt es noch den sogenannten Blaze, der nur aus Königen, Damen und Buben zusammengesetzt ist, z. B. Karo-König, Kreuz-König, Pik-Dame, Herz-Dame, Karo-Bube; er steht seinem Werte nach zwischen einem Three of a kind und einem Two pairs. Schließlich ist noch der sogenannte Four flush zu verzeichnen; er ist gekennzeichnet durch vier beliebige Karten ein und derselben Farbe, zu denen eine Karte einer anderen Farbe als fünfte hinzugetreten ist, z. B. Herz-Neun, Herz-Acht, Herz-Fünf, Herz-Zwei und Karo-Sieben; seinem Werte nach gehört er zwischen Two pairs und One pair.

Poker spielen

Nachdem ein Höchsteinsatz vereinbart worden ist, beginnt das Spiel damit, daß aus der Reihe der Mitspieler der Kartengeber ermittelt wird, und zwar in der Weise, daß einer von ihnen die Karten offen reihum so lange verteilt, bis ein Bube zum Vorschein kommt. Derjenige, dem dieser Bube zugefallen ist, mischt nun sorgfältig das Kartenpack und läßt von seinem rechten Nachbarn abheben. Dann verteilt er die Karten verdeckt und einzeln reihum über den linken Nachbarn im Sinne des Uhrzeigers; jeder der Teilnehmer erhält fünf Karten. Den Rest des Kartenpacks legt der Kartengeber als sogenannten Stamm verdeckt vor sich auf den Tisch.

Vorhand, das ist der Spieler links vom Kartengeber, hat den ersten Einsatz in den “Pott” (Mitte des Tisches) zu legen; dieser Einsatz schwankt gemeinhin zwischen 10 Prozent und 25 Prozent des ausgemachten Höchsteinsatzes. Jeder der folgenden Teilnehmer hat sich darauf der Reihe nach zu entscheiden, ob er mitspielen oder passen will. Wer mitspielen will, tut dies kund, indem er den gleichen Einsatz in den Pott legt; wer passen will, legt seine Karten einfach beiseite. Es wird natürlich im allgemeinen jeder mitspielen, der in seiner Hand eine der beschriebenen Kartengruppen vom Straight flush bis zum One pair vorfindet. Ferner wird mitspielen, wer zwar keine solche Gruppe in der Hand hat, aber auf Grund seiner Karten hoffen darf, durch Umtausch einiger nicht passender Karten gegen Karten vom Stamm zu einer solchen Gruppe zu kommen. Jeder, der zum Ausdruck bringt, daß er mitzuspielen gedenkt und gleichzeitig den Einsatz leistet, kann ja nach der ersten Runde, die die Beteiligung bzw. Nichtbeteiligung der einzelnen Spieler geklärt hat, bis zu drei Karten vom Stamm kaufen; freilich nicht umsonst, er muß für jede gekaufte Karte einen Betrag in den Pott legen (gewöhnlich 10 Prozent des Höchsteinsatzes). Wer eine aussichtsreiche Kartengruppe in der Hand hat, die er durch Kaufen vom Stamm kaum zu verbessern hoffen kann, verzichtet auf das Kaufen und spart also den Kaufpreis.

Nachdem das Geschäft des Kaufens abgeschlossen ist, beginnt der Prozeß des “Bietens”. Vorhand bzw. der der Reihe nach folgende Spieler (falls Vorhand schon ausgeschieden ist) bietet, was in der Weise geschieht, daß er wieder einen Einsatz in den Pott legt und erklärt: “Ich poker.” Jeder der folgenden Spieler äußert sich nach gewissenhafter Prüfung seiner Karten, was er zu tun beabsichtigt, also entweder zu passen (mit den Worten: “Ich passe”), weil ihm seine Karten nicht aussichtsvoll genug für den Gewinn zu sein scheinen, oder zu halten (mit den Worten: “Ich halte”). Im ersten Fall legt er seine Karten weg, im zweiten Fall leistet er wiederum einen Einsatz in gleicher Höhe. Wer sich stark genug fühlt, beispielsweise einen Straight flush oder einen Four of a kind in Händen hat, kann den doppelten Einsatz in den Pott legen; dazu sagt er kurz und bündig: “Ich erhöhe.”

Nach dieser sogenannten Runde des “Bietens” ist eine Sachlage entstanden, die je nachdem unter einem von drei möglichen Aspekten stehen kann:
1. Alle haben gepaßt, nachdem einer gepokt bzw. erhöht hat. Dieser hat demnach gewonnen und erhält das gesamte Geld aus dem Pott. Er braucht seine Karten den anderen nicht zu zeigen und darf sie verdeckt weglegen. Es leuchtet ein, daß sich bei solchem Sachverhalt für den verwegenen Spieler allerhand Möglichkeiten ergeben, seinen Mitspielern Sand in die Augen zu streuen und sie hinters Licht zu führen. Darum wiesen wir am Anfang unserer Ausführungen über das Poker-Spiel schon mit einigem Nachdruck darauf hin, daß sich hier der Spieler, wenn seine Teilnahme am Spiel wirklich mit Erfolg gekrönt sein soll, eine bestimmte Art der Haltung zu eigen zu machen hat, um mit Bluff und geschickter Tarnung seiner Pläne zum siegreichen Ende zu kommen. Nehmen wir einmal an, er habe äußerst schlechte Karten. Tritt er nun sehr sicher auf, leistet er zudem noch auffallend hohe Einsätze, dann kann es ihm glücken, die Mitspielenden vom Bieten abzuschrecken, so daß sie vorziehen zu passen. Andererseits muß er freilich damit rechnen, den kürzeren zu ziehen, nämlich dann, wenn es ihm passiert, daß die Mitspieler ihn durchschauen und nicht daran denken, auf seinen Bluff und seine “Tricks” hereinzufallen; er muß schließlich seine Karten aufdecken und verliert, wie man sagt, “Kopf und Kragen”.

2. Einige haben gepaßt, einige haben gehalten, nachdem einer gepokert hat. Wenn dieser nun nicht noch erhöht, ist also der Augenblick gekommen, da alle ihre Karten aufdecken. Gewonnen hat nun derjenige, der die am höchsten zählende Kartengruppe in der Hand hat; er trägt den Inhalt des Potts davon.

3. Einige haben gepaßt, einige haben gehalten, einer hat erhöht. Dieser ist damit in Führung gegangen und gewinnt, wenn niemand sich findet, um das Angebot zu halten. Ist jedoch einer da, der bereit ist, zu halten oder gar zu erhöhen, dann geht es in die nächste Runde.

Das Spiel läuft nun weiter, zunächst wird wieder geboten, darauf wird, je nachdem, gepaßt oder gehalten oder weiter erhöht. Zuletzt sind noch zwei Spieler auf dem Kampffelde. Sie liefern einander einen erbitterten Kampf. Paßt schließlich der eine, so hat der andere gewonnen; hält er, und der andere erhöht nicht weiter, so haben sie ihre Karten aufzudecken, und gewonnen hat derjenige, der die wertvollere Kartengruppe aufzuweisen hat. Am Ende kommt es kaum mehr auf die Karten an, sondern auf die Geschicklichkeit, die Sicherheit und die Fähigkeit, den Gegner einzuschüchtern.

Umgekehrt ist aber mitunter auch das gutgespielte Hervorkehren von Unsicherheit und Schüchternheit am Platze, nämlich im besonderen dann, wenn man außergewöhnlich gute Karten in der Hand hat; denn auf diese Weise verlockt man natürlich die anderen zu hohen Einsätzen, und am Schluß gewinnt man den vollen Pott. Es kommt in solcher Situation darauf an, durch Bluff das Spiel in große Höhen hinaufzusteigern.

Wer nur mittelmäßige Karten in der Hand hat, muß im Hinblick auf das Kaufen überaus vorsichtig sein. Der Spieler hat zu überlegen, bis zu welchem Grade es wahrscheinlich für ihn ist, gerade solche Karten durch Kauf zu erhalten, wie er sie sich wünscht, um zu einer wertvolleren Kartenzusammenstellung zu gelangen. Bieten die Karten in der Hand keine Aussicht, daß sie mit verhältnismäßig hoher Wahrscheinlichkeit durch Zukauf verbessert werden könnten, dann stehe er vom Kaufe ab, lasse sich also nicht auf das Spiel ein und passe.

Natürlich treten an den Spieler manchmal Versuchungen heran. Hat er z. B. einen Three of a kind in der Hand, dürfte es ihn locken, die übrigen zwei Karten, die nichts taugen, abzulegen und dafür aus dem Stamm zwei neue Karten zu kaufen, um möglicherweise dadurch eine Karte einzutauschen, die aus seinem Three of a kind einen Four of a kind macht. Verlockend könnte es auch einem Spieler, der vier Karten einer Farbe in der Hand hat, scheinen, durch Zukauf eine fünfte Karte derselben Farbe zu erwerben und dadurch zu einem Flush zu kommen. In derartigen Situationen muß es dem Instinkt und dem Fingerspitzengefühl des Spielers überlassen bleiben, zu welcher Entscheidung er sich schließlich gedrängt fühlt.

Poker-Varianten

Stud Poker ist eine Form des Poker-Spiels, an der sich bis vierzehn Personen beteiligen können. Jeder Spieler erhält vom Kartengeber zunächst nur zwei Karten, die eine verdeckt, die andere offen. Derjenige, dem die höchste offene Karte zugefallen ist, beginnt mit dem Bieten, während die anderen, je nachdem, halten (mit Einsatz in den Pott) oder erhöhen (mit höherem Einsatz in den Pott) oder passen (mit Niederlegen der Karten). Die Spieler, die aktiv geblieben sind, erhalten nun wieder je eine offene Karte. Der Inhaber der höchsten Karte bietet wieder, und wieder wird jeder vor die Entscheidung gestellt wie beim ersten Male. In derselben Weise geht es über weitere zwei Runden. Am Ende hat jeder Spieler seine fünf Karten beisammen, von denen also vier offen und nur eine verdeckt ausgeteilt worden sind. Zum letzten Male wird geboten, gehalten, erhöht, gepaßt, und dann decken alle, die im Spiel verblieben sind, auch noch die verdeckte Karte auf. Wer die beste Kartenzusammenstellung aufweist, hat den Inhalt des Potts gewonnen.

Eine Variante des Stud Poker ist das Seven Cards Stud, bei dem jeder Spieler sechs Karten bekommt, zwei verdeckt und vier offen. Nach einer Runde, in der wie üblich geboten, gehalten bzw. erhöht bzw. gepaßt wird, wird jedem der aktiv gebliebenen Spieler noch eine siebente Karte verdeckt gegeben, und es geht in die letzte Phase des Bietens, die beendet wird, wenn kein höheres Angebot mehr erfolgt. Jeder legt zwei von den sieben Karten, die er besitzt, weg und zeigt die übrigen fünf Karten vor. Wer die besten Karten hat, ist Gewinner des Potts.

Eine Abart des Draw Poker ist Jack Potts. Bei diesem Spiel muß vor dem Verteilen von jedem der Spieler ein Einsatz geleistet werden. Danach werden an jeden fünf Karten verdeckt ausgeteilt. Wer zwei Buben oder eine höher zählende Kartengruppe in der Hand hat, macht ein Angebot und leistet einen Einsatz in den Pott. Sollte dazu keiner der Spieler in der Lage sein, werden die Karten zusammengeworfen, gemischt und aufs neue verteilt, aber nicht, bevor nicht jeder wiederum einen Einsatz in den Pott geleistet hat. Gespielt wird dann wie beim Draw Poker; dazu gehört auch für jeden die Möglichkeit, bis zu drei Karten umzutauschen. Wenn niemand mehr das letzte Angebot übersteigt, werden die Karten aufgedeckt und der Gewinner des Potts ermittelt.

Ebenfalls als eine Abart des Draw Poker stellt sich das High Low Poker dar. Wie der Name schon andeutet (high = hoch, low = niedrig), werden bei diesem Spiel nicht nur die hohen, also die besten, Karten bewertet, sondern auch die niedrigen, die schlechtesten, so daß der Spieler mit den besten Karten sich in den Gewinn des Potts mit dem Spieler, der die schlechtesten Karten hat, teilt. Als schlechteste Karten werden die fünf Karten in der Hand eines Spielers bewertet, aus denen dieser beim besten Willen keine der oben beschriebenen Folgen bzw. Gruppierungen zu bilden vermag. Handelt es sich bei diesen Karten dann noch gar um solche, die ihrem Range nach die niedrigsten im Kartenpack sind, also um Fünfen, Vieren, Dreien und Zweien, dann ist das Glück des betreffenden Spielers gemacht. Daß es auch eine Kombination von Seven Cards Poker und High Low Poker gibt und daß das Poker-Spiel auch mit Benutzung eines Jokers durchgeführt werden kann, sei zum Schluß nachdrücklich vermerkt.

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