Poker Fachbegriffe

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Eine Liste von Poker Fachbegriffen.

Aggressivität

Unter Aggressivität versteht man beim Pokern ein Spielverhalten, bei dem ein Spieler hohe Einsätze bringt, um einen Gegenspieler entweder in einen Pot zu verwickeln oder versucht ihn zu bluffen. Dabei setzt oder erhöht der Spieler Einsätze.
Viele Pokeranfänger spielen oft übermäßig aggressiv und setzen oft Einsätze, die in keinem Verhältnis zum Pot stehen.

All In

Ein all in (dt. alles hinein) ist eine Pokeraktion, bei dem ein Spieler seinen gesamten Stack setzt. Bei einer Variante ohne Einsatzlimit kann ein Spieler zu jederzeit alle seine Chips setzen.

Oftmals geht der shortstack mit der Hoffnung all in, seinen Chipsstand zu verdoppeln oder die blinds abzugreifen. Ein all in erzeugt einen großen Druck gegenüber den anderen Spielern, da diese oftmals gezwungen sind, selbst all in zu gehen, wenn sie den Einsatz bezahlen wollen.
Wenn ein Spieler in einem Turnier all in geht, callen die in der Hand verbleibenden Spieler in der Regel, um die Chance zu erhöhen, den Spieler der all in ist aus dem Turnier zu verdrängen. Entschließt sich jedoch ein Spieler dazu, zu erhöhen, wird ein side pot eröffnet, den der Spieler, der all in ist, nicht gewinnen kann.

Ante

Das Ante (lat.: vor) ist ein Mindesteinsatz beim Poker, den alle Spieler, bevor die Karten verteilt werden, in den Pot zahlen müssen.

Bad Beat

Ein bad beat beschreibt in Texas Hold’em eine Hand, die trotz ihrer offensichtlichen Stärke verliert.

Bet

Als bet (dt. wetten, setzen) wird beim Poker der Einsatz bezeichnet.

Bet Frequency

Die Bet Frequency (engl. Wettfrequenz) gibt an, wie viel Prozent der Starthände ein Spieler mindestens bis zum Flop spielt.

Aus der Bet Frequency lässt sich ablesen, ob ein Spieler eher tight oder loose spielt. Ein tighter Spieler hat eine Wettfrequenz von etwa 15-35 %. Von einem loosen Spieler spricht man, wenn er mehr als 35 % der Starthände spielt.
Eine weithin akzeptierte Tatsache ist, dass man, um gewinnbringend Poker zu spielen, nicht mehr als 18-25 % der Starthände spielen sollte (Motto: selektiv aber aggressiv). Viele Spieler, gerade beim Onlinepoker, haben eine Wettfrequenz von über 80 %, spielen also viel zu loose. Solche Spieler können in einem kurzen Zeitraum natürlich trotzdem Gewinne einfahren. Langfristig gehören sie aber zu den Verlierern.
Die oben genannten Werte beziehen sich auf Longhand-Tables (Tische mit 8-10 Spielern). An Shorthand-Tables (mit 6 oder weniger Spielern) kann man teilweise etwas looser spielen. Dabei sollte die Wettfrequenz aber trotzdem nicht über 30-40 % steigen.
In Heads-Up Situationen gelten diese Regeln nicht in dem Maße, hier kann man gegebenenfalls viel mehr Hände spielen, da im Heads-Up eine komplett andere Dynamik herrscht.

Blind

Das Blind ist ein erzwungener Mindesteinsatz beim Poker.

Bluff

Beim Bluff tätigt man einen Einsatz bei einem schwachen Blatt und spekuliert darauf, dass die anderen Spieler rausgehen.

Call

Ein call (dt. zahlen) bezeichnet beim Poker eine Art des Einsatzes.

Der Spieler, der callt, leistet dabei den Einsatz, den ein anderer Spieler in der aktuellen Runde vorgegeben hat.

Calling Station

Als Calling Station wird ein Pokerspieler bezeichnet, der jeden Einsatz der Gegner mitgeht, aber nicht selbst erhöht. Diese Spielweise wird im Englischen als loose-passive bezeichnet.
Eine Calling Station ist aus gewinnstrategischer Sicht der beste Gegner, den man am Pokertisch treffen kann.

Check

Ein check (dt. schieben) ist eine mögliche Aktion beim Poker. Dabei leistet der checkende Spieler keinen Einsatz, sondern gibt die Aktion an den nächsten Spieler weiter.
Ein Spieler darf nur checken, wenn in einer Runde noch kein Einsatz geleistet wurde, ansonsten muss er zahlen, aussteigen oder erhöhen.

Community Cards

Der Begriff community cards (auch Gemeinschaftskarten oder board cards) bezeichnet beim Texas Hold’em Poker die Karten, die alle Spieler nutzen können.
Jeder Spieler erhält zunächst eine bestimmte Anzahl von so genannten Hole Cards. Nach einer Setzrunde kommen die ersten drei Karten in Form des Flop in die Mitte. Danach folgen Turn und River. Diese fünf Karten bilden zusammen die Gemeinschaftskarten. Das Besondere daran ist, dass jeder Spieler diese Karten zu seinen eigenen Karten dazu zählen kann, um daraus eine Hand zu bilden. Aus den verschiedenen Händen der einzelnen Spieler wird dann die beste Kombination ermittelt.

Connectors

Der der Ausdruck Connectors bedeutet beim Poker, dass die Hole Cards eines Spielers im Wert unmittelbar nebeneinander liegen. Der Vorteil von Connectors ist, dass eine erhöhte Chance zur Straight besteht. Auch Karten, die in ihrem Wert nicht weiter als drei Karten auseinanderliegen, können zur gefloppten Straight werden. Diese Karten heißen dann One-Gap-Connector bzw. Two-Gap-Connector usw. (Gap von engl. “Lücke”, da zwischen den Karten eine Lücke von einer bzw zwei Karten besteht)

Haben Connectors die selbe Farbe, spricht man von Suited Connectors.

Dealer

Ein Dealer ist beim Poker der Spielleiter und für das Geschehen am Tisch hauptverantwortlich.

Draw

Unter einem Draw versteht man im Poker eine Hand, die weitere, bestimmte Karten benötigt, um sich zu verbessern. Die aktuelle Hand ist also wertlos und kann nur mit dem Einsehen weiterer Karten verbessert werden.

Flop

Der Begriff Flop bezeichnet die ersten drei vom Dealer ausgeteilten Gemeinschaftskarten.

Fold

Ein fold oder pass (dt. aussteigen) ist eine Pokeraktion, bei der ein Spieler nicht bereit ist, einen gewissen Einsatz zu zahlen und sich so dazu entschließt die Karten aufzugeben.

Gutshot

Der Begriff Gutshot (sprich: gattschott; deut. Bauchschuss), manchmal auch Belly Buster (deut. Bauchplatscher) oder Inside Straight Draw, ist die Kurzform für Gutshot Straight Draw. Man bezeichnet damit eine mögliche Straße (engl. Straight), bei dem der Spieler genau eine bestimmte Karte in der Mitte (Bauch) benötigt.
Die Hand des Spielers ist also noch nicht vollendet, da noch diese eine bestimmte Karte fehlt. Anders sieht der Open-Ended-Straight-Draw aus, der aus vier aneinanderhängenden Karten in ausfsteigender Reihenfolge besteht. Eine solche Hand würde durch zwei verschiedene Karten komplettiert werden, nämlich die Karte, die sich unten an die unvollendete Straße anschließen lässt, und die Karte, die sich oben an das bisherige Blatt anfügt. Daher ist der Gutshot ein eher minderwertiger Draw, da man nur vier Outs, also vier Möglichkeiten hat, um die Hand zu vollenden. Der Open-Ended-Straight-Draw hat dagegen acht Outs.

Heads-up

Im Poker versteht man unter einem heads-up eine Situation, bei der in einer Partie nur noch zwei Spieler um den Sieg kämpfen.
Da heads-up-Situationen naturgemäß erst spät im Turnierverlauf auftreten, sind die blinds meistens sehr hoch.
Ein heads-up wird als bester Vergleich zwischen dem Können zweier Pokerspieler angesehen, da keine weiteren Gegner am Tisch verblieben sind, die den Vergleich verfälschen können.

Hole Cards

Der Begriff Hole Cards (auch Poket Cards oder Down Cards) bezeichnet die Karten, die jeder teilnehmende Spieler zu Beginn einer jeden Runde verdeckt erhält und die nur dieser Spieler zur Bildung seiner Hand verwenden darf. Damit bilden sie das Gegenstück zu den Community Cards.
Beim Betrachten der Hole Cards kann es dazu kommen, dass ein Spieler einem aufmerksamen Mitspieler unabsichtlich Details über diese Karten verrät. Werden zum Beispiel drei Kreuz gefloppt und der Spieler sieht noch ein mal seine verdeckten Karten an, kann der Gegner das als Indiz dafür werten, dass der Spieler zumindest eine schwarze Karte hält, da er scheinbar nochmal überprüft, ob er ein Kreuz hält. Diese Verhaltensweise wird oft von erfahrenen Spielern verwendet, um dem Gegner einen Bluff als starke Hand erscheinen zu lassen.

Kicker

Unter Kicker versetht man beim Pokern eine Karte, die die Kombination nicht verbessert, aber benutzt werden kann, um einen Split Pot zu verhindern.
Beim Texas Hold’em nimmt der Kicker eine zentrale Position ein. Da die Starthand (hole cards) zwei Karten umfasst, kommt es nur selten zu einem Paar auf der Starthand (pocket pair). Der Spieler hat in der Regel also zwei Karten unterschiedlicher Höhe. Da man weitgehend auf Paarbildungen aus ist, will man mit Ass und 2 also ein Ass im Flop sehen. Wenn nun ein anderer Spieler aggressiv setzt, muss man im Allgemeinen annehmen, dass er zumindest ebenfalls ein Ass, aber mit einem besseren Kicker, hält. In so einer Situation, ist der Kicker entscheidend.

Loose

Als Loose (dt. lose) wird im Poker ein Spieler bezeichnet, der sehr viele Starthände spielt und so eine hohe bet frequency hat. Man unterscheidet loose-passive und loose-aggressive. Erstere Spielweise findet man vor allem bei Anfängern und gilt im Allgemeinen als nicht profitabel. Zweitere Variante trifft man zwar auch bei einigen Anfängern, doch profitabel ist diese Spielweise meist in den höheren Limits. Der Grund dafür ist, daß in höheren Limits wenige schlechte Spieler vorzufinden sind und tight nicht mehr so profitabel gespielt werden kann, da man leicht auszurechnen ist. Somit wird loose-aggressive von vielen Profi-Pokerspielern bevorzugt.

Made Hand

Eine made hand (dt. gemachte Hand) beschreibt ein Blatt, dass sich nicht mehr verbessern muss, sondern den endgültigen Status bereits erreicht hat. Damit ist eine made hand das Gegenteil von einem draw.
Da sich ein pocket pair nur in rund jedem fünften Fall zum Drilling entwickelt, muss ein Spieler davon ausgehen, dass sich das Paar nicht verbessert. Er hat also bereits eine made hand. Dadurch ist eine aggressive Spielweise gefragt.

Nuts

Nuts bezeichnet die in einer bestimmten Situation bestmögliche Hand, die damit auch nicht schlagbar ist.

Outs

Outs nennt man die Anzahl der im Deck verbleibenden Karten, die die aktuelle Kombination verbessern.

Passivität

Unter Passivität versteht man ein Setzverhalten, bei dem ein Spieler dazu geneigt ist, zu checken, zu callen oder selber nur geringe Einsätze zu bringen, anstatt aggressiv zu spielen. Ein passives Spiel ist oft ein Anzeichen dafür, dass ein Spieler eine schwache Hand hält. Zuweilen wird es aber auch eingesetzt, um einen anderen Spieler zu verunsichern und ihm so eine Falle zu stellen (Bluff).

In der Regel tritt dieses Verhalten auf, wenn ein Spieler einen draw hat und er hofft durch passives Spiel eine freie Karte zu erhalten.

Pokerface

Das Pokerface, zu deutsch Pokergesicht, bezeichnet ein emotionsloses Gesicht. Der Name stammt vom Pokerspiel, wo durch demonstrativ zur Schau gestellte Emotionslosigkeit versucht wird, den Mitspielern keine Möglichkeit zu Rückschlüssen auf Stand und Verlauf des Spiels aufgrund der Reaktionen und des Verhaltens eines Spielers zu geben.

Pot

Der Begriff Pot, zu deutsch Topf oder auch Stock, bezeichnte die Summe aller in den Gewinntopf eingezahlten Chips oder auch die Summe allen eingezahlten Bargelds.

Pot Odds

Die Pot Odds (engl. für Topf-Wettchancen) sind von Pokerspielern verwendete Berechnungen, die angeben, ob das Zahlen von Einsätzen rentabel ist.

Raise

Als raise (dt. erhöhen) wird beim Poker der Einsatz bezeichnet.

River

Der Begriff River, auch River Card genannt, bezeichnet beim Poker die fünfte und letzte ausgeteilte Gemeinschaftskarte.

Showdown

Unter einem Showdown oder show down versteht man beim Poker das Aufdecken der Karten der Spieler, die in der aktuellen Hand verbleiben.

Split Pot

Split Pot bezeichnet eine Situation, bei der mindestens zwei Spieler gleich starke Hände halten. Als Folge wird der Pot zu gleichen Teilen unter den Gewinnern aufgeteilt.

Stack

Die Summe der Chips eines Spielers wird beim Poker als stack (Stapel) bezeichnet.

Der Spieler, der am wenigsten Chips hat, wird als shortstack bezeichnet.

Suited

Suited (dt.: passend) bedeudet, dass alle Hole Cards eines Spielers dieselbe Farbe haben.

Tell

Als Tell (engl. erzählen) bezeichnet man das Verhalten eines Pokerspielers, nachdem dieser seine Karten gesehen hat. Ein Tell ist das Gegenteil von Pokerface.

Tight

Tight (dt. streng) ist ein Spieler, der nur ausgewählte Starthände spielt, also eine geringe bet frequency hat.

Tilt

Tilt (auch on steam oder heiß laufen) bezeichnet im Poker einen gereizten oder aggressiven, in jedem Fall aber negativ beeinflussenden, Gemütszustand eines Spielers. Meist resultiert daraus eine schlechtere Art zu spielen. Dauert dieser Zustand länger an, spricht man von einem verlängertem Tilt.

Turn

Der Begriff Turn, auch Turn Card genannt, bezeichnet die vierte vom Dealer ausgeteilte Gemeinschaftskarte.

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