Poker Visum-Spiel

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Die Grundform des Poker-Spieles ist das Visum-Spiel. Bei dieser Spielart legt der links vom Teiler Sitzende vor Beginn des Teilens unaufgefordert mit den Worten “Mein Visum” oder einfach “Visum” einen gewissen Betrag in die Kasse, in den “Pot”. Vor dem Spiel ist zu vereinbaren, wie hoch das Visum, das ist die erste Einzahlung, zu sein hat. Auf der Höhe dieses Einsatzes basiert die Höhe des sich entwickelnden Spieles.

Die links vom Visum-Geber sitzenden Spieler können, statt eine Einzahlung in der gleichen Höhe wie der erste Spieler zu machen, das Visum auch verdoppeln – “straddeln” und “überstraddeln”.

Wenn “gestraddelt” wurde oder wenn keiner der Spieler von dem Recht, zu “straddeln”, Gebrauch gemacht hat, wird geteilt. Nach dem Teilen hat sich der links vom Visum-Geber bzw. links vom letzten Überstraddler sitzende Spieler, nachdem er sein Blatt begutachtet hat, als Erster zu äußern, ob er “in” ist, d. h. ob er an dem Spiel teilzunehmen beabsichtigt. Er tut dies, indem er mit dem Worte “in” das Doppelte des Visums in den Pot einzahlt. Will er nicht an dem weiteren Spiel teilnehmen, dann wirft er seine Karten mit dem Worte “out” ab. Nach ihm äußern sich der Reihe nach die übrigen Spieler in der gleichen Weise. Dabei steht es jedem Spieler, der “in” ist, frei, den vor ihm eingezahlten Betrag zu verdoppeln.

Wir wollen diesen Vorgang an einem Beispiel verständlich machen. Es soll angenommen werden, daß fünf Spieler an dem Spiel teilnehmen: A (der Teiler), B (der Visum-Geber), C, D und E. Der Spieler B hat als Visum zwei Einheiten in den Pot gezahlt. Der Spieler G sagt, nachdem er sein Blatt gesehen hat, “Ich bin in!” und zahlt vier Einheiten. Der Nächste, der Spieler D, macht es ebenso und zahlt gleichfalls vier Einheiten. Jetzt kommt der Spieler E an die Reihe und sagt: “Die vier und noch acht!” oder “Ich dopple!” und zahlt dabei vier plus acht, also zwölf Einheiten sin. Der Spieler A, in unserem Falle der Teiler, sagt: “Gehalten!” und zahlt ebenfalls zwölf Einheiten ein. Nun hat sich der Spieler B zu äußern, in unserem falle der Visum-Geber. Wenn er im Spiel bleiben will, nuß er, da er erst zwei Einheiten – sein Visum – im Spiel hat, noch zehn Einheiten dazu zahlen. Der Spieler C, der bereits vier Einheiten eingezahlt hat, muß noch acht Einheiten zusetzen, und ebenso der Spieler D. Erst wenn alle Mitspielenden den höchsten gemachten Ruf, in unserem Beispiel zwölf, eingezahlt haben, geht das Spiel weiter.

Wenn ein Spieler sein Blatt für zu schwach hält, um damit am Spiel teilzunehmen, lehnt er die Zahlung der Erhöhung ab und legt mit dem Wort “Out!” sein Blatt weg. Was er bis dahin bereits eingezahlt hat, bleibt im “Pot”.

Zu bemerken ist noch folgendes: die erste Einzahlung nach dem “Visum”, also das einfache Mitspielen, das “In”-sein, beträgt immer das Doppelte des Visums. Die nächste Steigerung, “Besserung”, darf höchstens eine Verdoppelung, kann aber auch niedriger sein. Das bedeutet in unserem Beispiel, daß der Spieler E auch sagen könnte: “Die vier und noch zwei!”, so daß er nur sechs einzuzahlen hätte. Dadurch wird aber das Recht des “Besserns” für die folgenden Spieler nicht beeinträchtigt. Der nächste Spieler – in unserem Beispiel der Spieler A – darf daher nicht nur den letzten Ruf zwei verdoppeln, sondern es steht ihm frei, zu den ursprünglichen vier Einheiten noch das Doppelte des letzten möglichen Rufes – 8 -, also 16 zu rufen und einzuzahlen. Er zahlt also vier plus 16, das sind 20 Einheiten. Die übrigen Spieler hätten dann im Sinne des angeführten Vorganges ihre Einzahlungen auf 20 Einheiten zu ergänzen.

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