Puffspiel

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Das Puffspiel mit all seinen Varianten ist praktisch mehr oder weniger der Vorläufer jedes heute bekannten Brettspiels, bei dem das Ergebnis eines Würfelwurfes das Vorrücken von Figuren bestimmt, also auch des modernen “Monopoli”. Dem Puffspiel ähnliche Spielutensilien hat man in mesopotamischen Kulturen gefunden (3000 Jahre vor Rom). Das Puffspiel oder das “Tric-Trac”, wie es auch genannt wird, ist die möglicherweise älteste Form des kombinierten Glücks- und Geschicklichkeitsspiels – obwohl der Faktor Geschicklichkeit hier eigentlich nur insofern eine Rolle spielt, als die Kenntnis der möglichen Wurfkombinationen, die mit zwei Würfeln zu erzielen sind, für den Spieler natürlich von Bedeutung ist. Man hat Spuren dieses Spiels in den meisten alten Kulturen festgestellt – in China, Indien, Mexiko, Amerika, im keltischen Kulturbereich und im angelsächsischen.
Das Puffspiel ist im Grunde ein Wettrennen zwischen zwei Spielern. Jeder Spieler ist bestrebt, seine Figuren vor dem anderen Spieler vom Brett zu bekommen, wobei die Würfel über Zug oder Gegenzug entscheiden. Das Brett weist je Spieler zwei wiederum getrennte Hälften auf. Die eine Fläche ist die “innere”, die andere die “äußere”, beide sind je sechs Punkte wert. Gespielt wird mit 15 Steinen pro Spieler. Die Steine werden entsprechend dem Würfelergebnis gerückt, wobei man die geworfene Augenzahl auf zwei Steine aufteilen kann. Weiß rückt seine Steine aus der “inneren” Fläche von Schwarz zur “äußeren” Fläche von Schwarz, dann zur “äußeren” Fläche von Weiß und schließlich zur “inneren” Fläche von Weiß. Das ist die Richtung des Vorrückens. Schwarz zieht in entgegengesetzter Richtung.
Wenn auf eine besetzte Position gezogen wird, muß die Partei, die die Position besetzt hält, ihren Stein auf die Trennungskante zurücknehmen, von der aus nur weitergerückt werden kann, wenn die Partei eine Zahl würfelt, die es erlaubt, einen unbesetzten Punkt einzunehmen. Wenn ein Spieler seine sämtlichen Steine auf seiner “inneren” Fläche versammelt hat, muß er so lange würfeln, bis er alle Steine vom Brett nehmen kann. Dabei gilt pro Auge ein Stein. Gelingt ihm die Räumung seiner Fläche vor dem Gegenspieler, hat er gewonnen.
Es gibt aber drei Arten des Sieges, sie werden unterschiedlich bewertet: (1) der “einfache” Sieg, der dann gegeben ist, wenn es gelingt, die eigenen Steine auf einen Schlag vom Brett zu nehmen, während der Gegenspieler gerade dabei ist, seine Steine von dem Brett zu nehmen; (2) der Doppelsieg, der gegeben ist, wenn die Räumung gelingt, ehe der Gegenspieler damit begonnen hat, seine Steine zu räumen; (3) der dreifache Sieg, der dann vorliegt, wenn die Räumung der eigenen inneren Fläche gelingt, ehe der Gegenspieler höchstens einen Stein auf seiner eigenen inneren Fläche untergebracht hat. Nach zwei oder drei Spielen steht in der Regel der endgültige Sieger fest. Beim Puffspiel wird auch gewettet. Und dann spielen die drei Siegesarten auch eine Rolle.
Das Puffspiel wird in zahlreichen Varianten in allen Teilen der Welt gespielt. Die Unterschiede bestehen lediglich in der Verfeinerung oder Vereinfachung des Spiels. Die bekannteste Weiterentwiclung des Puffspiels dürfte das Spiel Backgammon sein.

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