Roulette Einsatz verdoppeln

Ein Artikel aus der Rubrik Glücksspiele.

Die primitivste Art Roulette zu spielen ist, durch Verdoppelung des Einsatzes einen Verlust einzubringen. Diesem System hängen viele an. Ein kostspieliges System, wenn man es auf die Einzelnummer anwendet. Wer sicher ein Vermögen verlieren will, tut es auf diese Art.

Verdoppelungsspiele haben nur Sinn bei den einfachen Chancen; also bei Rouge, Noir, Passe, Manque, Pair, Impair, denn drei von ihnen müssen immer kommen.

Es ist auch hier noch manches zu überlegen. Nehmen wir zum Beispiel an man hat auf Rot gesetzt; fünf Euro; wir können es uns leisten. Die Kugel rollt und man hat seine fünf Euro verloren. Man setzt zehn Euro – wieder Schwarz. Man setzt zwanzig Euro – Schwarz. Vierzig Euro – Schwarz. Jetzt packt einen der Zorn. Einmal noch: achtzig Euro – Rot. Der Croupier schiebt einem 160 Euro zu. Triumph! Beharrlichkeit führt zum Ziel. Man rechnet zunächst gar nicht nach. Man hat gewonnen, das berauscht einen. Nun rechnen wir aber. Was hat man eingesetzt? 5 + 10 + 20 + 40 + 80. Summa summarum 155 Euro. Der Gewinn beträgt also ganze fünf Euro. Lohnte es sich, soviel aufs Spiel zu setzen?

Was aber wenn man gewinnt, und Einsatz und Gewinn stehenlässt? Nehmen wir an ein anderer Spieler hat es einem nachgemacht, aber auf Schwarz gesetzt, ebenso fünf Euro. Er hat gewonnen und läßt Gewinn und Einsatz stehen; also 10 Euro. Da man in der gleichen Partie verliert, gewinnt er. Gewinn und Einsatz machen zwanzig Euro aus. Wieder läßt er stehen; dasselbe Spiel, man verliert, er gewinnt; Resultat: Gewinn und Einsatz machen vierzig Euro aus. Abergläubisch, wie alle Spieler, nimmt er an, daß einem das Glück nicht wohl will und pointiert entgegen. Man setzt vierzig Euro, er läßt Gewinn und Einsatz stehen; man verliert, er gewinnt. Er hat jetzt achtzig Euro auf dem Felde stehen; man hast achtzig Mark gesetzt – und gewinnt!

Abergläubisch, ist ihm der Gedanke gekommen, dass Unglück im Spiel von einem zum andern Augenblick sein Unglück beschwören kann dadurch, dass die andere Farbe kommt. Er zieht seine achtzig Euro ein. Er ist zufrieden, denn er hat mit seinem Anfangseinsatz von fünf Euro fünfundsiebzig Euro gewonnen, während man mit all seiner Angst und mit der schließlichen Verdoppelung auf achtzig Euro nur fünf Euro gewonnen hat. Und das alles, obwohl der ander Spieler zu Anfang auch nur fünf Euro gesetzt und gewonnen hatte! Das ist es nämlich. Wie immer er auch verdoppelt und am Ende verliert, verlieren kann er immer nur den Anfangseinsatz, weil die anderen Einsätze Verdoppelungsgewinne waren; während man selbst Verdoppelungsverluste hatte.

Man merke also: man kann bei Verdoppelung-Serien-Spielen, wenn man zu Anfang verloren hat, und wenn man zehnmal verliert und zehnmal verdoppelt, am Ende, wenn man so lange durchhält, nur mit einer Verdoppelung des Anfangseinsatzes herauskommen. Dies sollte man sich klar machen: man hätte in obigen Beispiel vorhin den Einsatz von achtzig Euro auch verloren. Man fängt an, Rot zu setzen. Hundertsechzig! Jetzt muß Rot kommen! Es kommt Schwarz. Nun ist es nicht mehr Ehrensache, sondern eine Notwendigkeit, weiter zu setzen, denn man kann sich den Verlust einfach nicht leisten. Dreihundertundzwanzig! Alle sehen einen an! Alle halten einen verrückt! Aber man ist in diesem Augenblick nicht verrückt! Man wäre verrückt, wenn man jetzt nicht durchhielt und würde verrückt werden, wenn man nicht durchhalten könnte. Dies erhellt, welche Gefahren einem Unüberlegten bei diesem Verdoppelungsspiel drohen! Endlich, man atmet auf: Rot! Gewonnen! Das war eine Schlacht! Aber eine gewonnene Schlacht ohne Kriegsbeute. Sechshundertundvierzig Euro bei 635 Euro Einsatz. Man hat also wieder nur fünf Euro gewonnen.

Felder, die als Gewinn nur den Einsatz verdoppeln, bringen durch systematische dauernde Verdoppelung schließlich den Verlust des Anfangs-Einsatzes wieder ein. Das ist eine wichtige Feststellung und weist den Weg über die reine Verdoppelung zur Erhöhung des Einsatzes über die Verdoppelung zur Progression und damit zu Gewinnmöglichkeiten.

Man begnügst sich beim zweiten Einsatz also nicht mit der einfachen Verdoppelung des verlorenen Einsatzes, sondern erhöht ihn darüber hinaus. Das sieht dann so aus: Anfangseinsatz 5 Euro; verloren! Zweiter Einsatz: 15 Euro; verloren! Dritter Einsatz: 40 Euro; verloren! Vierter Einsatz: 100 Euro; verloren! Fünfter Einsatz: 300 Euro; gewonnen! Der Croupier schiebt einem 600 Euro zu. Die Einsätze betrugen: 5 + 15 + 40 + 100 + 300; summa summarum 460 Euro. Gewinn demnach: 140 Euro. Der Gewinn ergibt sich aus den Differenzen der Einsätze über die jeweilige Verdoppelung hinaus. So nämlich: 5 : 15 = 5; 15 : 40 = 10; 40 : 100 = 20; 100 : 300 = 100. Zusammen 135 Euro Differenzgewinne. Da ja nun auch der Anfangseinsatz wieder mit hereingebracht wird, macht es 140 Euro.

Das klingt alles ganz einfach, wenn das Spiel so kommt, wie es hier theoretisch vorliegt. Am Roulette sind Theorien aber nicht viel wert. Man darf sich von den hier erörtern Möglichkeiten nicht zu Trugschlüssen verleiten lassen. Rot kann viermal ausbleiben und ein fünftes Mal zum Gewinn gereichen. Es kann aber ebensogut zehnmal wegbleiben oder überhaupt höchstens zwei-, dreimal ausbleiben, dann ist es mit dem Seriengewinn ohnehin nichts. Nehmen wir an, man hat den Anfangseinsatz auf einer der einfachen Chancen verloren; jetzt will man einen großen Sprung machen und geht auf 100 und verliert. Weil man jetzt schon ziemlich hoch bist, meint man, die einfachen Verdoppelungen täten es auch und setzt zweihundert und verliert. Um dranzubleiben, verdoppelt man nochmals, gewinnt und zieht 800 Euro ein. Nun rechnet man die Einsätze zusammen: 5 + 100 + 200 + 400, summa summarum 705 Euro Einsätze. Gewinn 95; also genau die Differenz zwischen der Verdoppelung des Anfangs-Einsatzes (nämlich 10) und den Anfangseinsatz, das macht 90 + 5 = 95. Bei der Überlegung, dass man bei diesem Spiel nur durch überhöhte Verdoppelung des verlorenen Anfangseinsatzes und der verlorenen weiteren Einsätze zu Gewinn kommen kannst, muß man bleiben, weil man sonst unweigerlich Verluste erleidet. Totsicher verliert man, wenn man bei anfänglicher Überhöhung der Verdoppelung später unter die Verdoppelung hinuntergehst. So etwa: 5 + 100 + 200 + 300 + 500. Man bekommst einen schönen Tausender, die Einsätze betrugen aber 1105.

Man merke sich also: Bei den einfachen Chancen kann man den Anfangsverlust nur durch überhöhte Verdoppelungen einbringen. Vor allem aber, das ist überhaupt das erste Gebot allen Spielens, Gewinne mitnehmen und nicht durch Spekulationen aufs Spiel setzen. Man sprengt leichter die eigene Tasche als die der Spielbank. Schon der einfache Verdoppelungsgewinn erlaubt ja, das gleiche Spiel zweimal zu beginnen. Es gibt eine Unzahl von Progression-Systemen, die aber mehr durch ihre hochtrabende Bezeichnung als durch ihre Gewinnsicherheit, die es beim Roulette überhaupt nicht gibt, bestechen. Eine Progression hat nur dann Sinnerfüllung, wenn die Gegenchance so freundlich ist, in einer Reihenfolge zu erscheinen.

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