Roulette – Kesselspiele

Ein Artikel aus der Rubrik Glücksspiele.

Es ist nicht schwer, sich in den Zahlenanordnungen auf dem Tableau zurechtzufinden. Wer zum erstenmal seine Jetons placiert, achtet nur auf die Zahlen und Buchstaben innerhalb des Tableaus. Die Nummernscheibe im Kessel würdigt der Anfänger kaum eines Blicks, ihre Zahlenanordnung verwirrt ihn. Aber auch die Zahlen auf der Nummernscheibe des Kessels systematisch angeordnet sind, allerdings nicht fortlaufend wie auf dem Tableau. Erfahrene Spieler machen ihre Einsatzberechnungen, ihren “Marsch”, nicht nur nach den Chancen auf dem Tableau, sondern auch nach der Zahlenfolge im Kessel. Das nennt man ein “Kesselspiel”.

Die auf der Scheibe nebeneinander liegenden Zahlen bilden einen Sektor oder eine “Fläche”. Auf diese Flächen richtet der Spieler seinen Angriff. Er verfährt dabei wie ein Spieler auf plein und einfache Chance. Rechnet er auf das Herauskommen einer Nummer, so besetzt er nicht nur diese, sondern auch die auf der Scheibe verzeichneten Nebennummern. Erwartet er nach der Permanenz oder aufgrund seiner Beobachtungen z. B. die Nummer 5, so setzt er diese 5 und die beiden danebenliegenden Nummern 24 und 10, oder gar noch dazu 16 und 23, er riskiert also 3 bis 5 Stück. Der Gedanke ist dabei: Trifft die Kugel nicht die erwartete Nummer 5, so fällt sie vielleicht doch auf eine der danebenliegenden Nummern.

Auch bei diesem Spiel sind Kombinationen möglich. Z. B. wird eine Nummer gewählt, die dem letzten Coup auf der Nummernscheibe gegenüberliegt. Dann aber lassen die nebeneinanderliegenden Zahlen Kombinationen zu, und zwar so, daß nicht alle Zahlen plein gesetzt zu werden brauchen, sondern beim Einsatz auf dem Tableau zu Mehrzahlen-Chancen verbunden werden. Um dabei Plein-Gewinne erzielen zu können, werden einzelne Mehrzahlen-Chancen mit 2 oder mehr Stücken belegt.

Ein Beispiel: Der Spieler will 3 plein setzen, sich aber auch durch die beiden Zahlen neben der 3 auf der Scheibe, 26 und 35, sichern. Er setzt also 3 plein und das dritte Dutzend mit 26 und 35. Verliert er den Einsatz von 2 Euro auf 3 und kommt das dritte Dutzend heraus, so gewinnt er darauf den doppelten Einsatz also 4 Euro. Verloren sind die 2 Euro auf 3, Gewinn 2 Euro. Ist das dritte Dutzend wie 3 plein eine Niete, so ist natürlich alles verloren. Erscheinen allerdings beide Chancen, so gewinnt er 70 Euro auf plein und 4 Euro auf drittes Dutzend also 74 Euro. Bei einem Einsatz von Höchstsätzen sieht das Spiel so aus: Auf plein 3 werden 70 Euro gesetzt, auf das dritte Dutzend 1200 Euro. Gewinnt plein 3, so erhält der Spieler 2450 Euro Gewinn, verloren sind 1200 Euro, bleiben 1250 Euro Gewinn. Kommt beides heraus, so steigt der Gewinn 2450 plein und 2400 Dutzend, also 4850 Euro. Kommt keine der beiden Chancen heraus, so verliert der Spieler 1270 Euro.

Außer den Flächen von 3 oder 5 Zahlen wählt der Kesselspieler auch zwei Zahlenreihen der Nummernscheibe. Die Große Serie umfaßt auf der Nummernscheibe 17 Zahlen zwischen 22 bis 25 über Zero hin, die Kleine Serie umfaßt 12 Zahlen zwischen 27 und 33, der Zeroseite entgegengesetzt. Die Zahlen dazwischen heißen Waisenkinder (Orphelines).

Um nun setzen zu können, schreibt der Spieler die Zahlen der großen oder kleinen Serie in arithmetischer Reihenfolge auf ein Blatt. Dann erkennt er, welche Nummern in Chancen zu kombinieren sind, und besetzt danach das Tableau. In der “Großen Serie” z. B. Transversale pleine 0/2/3, à cheval 4/7, 12/15, 18/21, 19/22, 32/35 und das Carre 25/29. Transversale und Carre belegt er mit zwei Stücken. Mit neun Stücken hat er 17 Nummern belegt. Kommt 0/2/3, so erhält er 22 Stücke, kommt eine der à cheval, erhält er 17, bei Carre 16 Stücke. Aber den 17 Gewinnmöglichkeiten stehen 20 Feinde entgegen. Die “Große Serie” ist wegen Einschluß der Null beliebt. Ihr gegenüber ist die “Kleine Serie” ohne Null im Nachteil. Sie bietet ebenfalls Kombinationsmöglichkeiten.

Der Einsatz von jedesmal 7 bis 9 Stück erfordert ein höheres Kapital als die übrigen Chancenspiele.

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