Roulette Systemspiele

Ein Artikel aus der Rubrik Glücksspiele.

Wer zum ersten Male in seinem Leben einen Jeton in die Hand nimmt und seinen Einsatz am Roulettetisch macht, wird selbst glauben, er setze aufs Geratewohl, auf gut Glück. Das ist ein Irrtum. Er wird, gerade beim ersten unbedachten und improvisierten Einsatz, eine ihm geläufige Zahl wählen, ohne sich dessen bewußt zu werden. Jedem Menschen taucht, soll er auf “Anhieb” eine Zahl nennen oder bestimmen, ein Zahlenbild auf, mit dem er in seiner Tagesarbeit zu tun hat, die ihm gerade im Kopf herumschwirrt. Ein Fotograf beschäftigt sich tagaus, tagein mit den Größen der Filme und Abzüge; soll er plötzlich eine Zahl wählen, so stellt sich durch die Gehirnmechanik sofort eine dieser Zahlen ein, ohne daß er es will. Ein anderer hat gerade Geburtstag; soll er nun setzen – auf gut Glück, wie er meint -, so stellen sich Zahlen dieses Datums ein. Ein Dritter hat in der Reception auf die Kalenderzahl geblickt und schon setzt er sie.

Hier beginnt der Zufall mit dem Anfänger sein Spiel zu treiben. Hat er mit den Zahlen kein Glück, so kommt er vielleicht auf die Idee, es mit einer der beiden Farben zu versuchen. Nach einigen Coups merkt er, daß die beiden Farben schnell abwechseln und Serien bilden. Gewinn, Verlust und Beobachtungen lassen ihn rasch einen Rhythmus des Wechsels erkennen. Er fängt an zu überlegen! 18 günstige Möglichkeiten stehen bei einfachen Chancen 18 ungünstigen gegenüber. Da gerade der Neuling auf einigen Gewinn hofft, bringt er sich nicht selten durch einen allzu kühnen Einsatz in Gefahr. Die Roulette-Theoretiker beobachten genau den Wechsel der herausgekommenen Zahlen und Chancen, berechnen nach dem Gesetz des Zufalls ihre Einsätze, und auf Grund dieser Gesetze ergeben sich bestimmte Spielsysteme, die zwar keine sichere Gewähr für Gewinn bedeuten, aber dem Spiel den Charakter einer geistvollen Unterhaltung verleihen.

Niemand soll sich an den Spieltisch setzen, der nur Geld ohne Arbeit gewinnen will. Das ist nicht nur unsittlich, sondern auch töricht. Wer aber mit dem Spielkapitälchen, das er sich als Risiko selber genehmigt hat, das Spiel beginnt, um dem Zufall seine Berechnung, sein System und sein Glück entgegenzustellen, der wird gern seinen Obolus opfern, den Verlust mit Haltung ertragen und Gewinne mit gesteigertem Vergnügen in die Tasche stecken. Der Genuß des Spiels liegt für ihn im Spielen selbst.

Ein weiteres Grundgesetz für den Spieler lautet: Ruhe! – Sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen, weder durch Gewinn noch Verlust, weder dem Nachbar nachsetzen oder gegen den Nachbarn spielen, nur auf eins vertrauen: auf sich selber. Verluste, bei sonst normalem Spielverlauf, sind eine Folge von Ubermut bei Gewinn oder Verzweiflung bei Verlust.

Dem Neuling sei geraten, sich erst einmal mit dem Spiel auf einfachen Chancen in das Zahlenspiel einzuleben.

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