Skat zu zweien (Offizierskat)

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Manchmal fehlt zum Skat der “dritte” Mann, das ist äußerst fatal. Man hat verschiedene Systeme erdacht, dieses Spiel der Spiele auch in solchen Fällen spielen zu können. Einige davon seien hier angeführt.

Strohmannskat. Statt zehn Karten werden nur dreimal drei, also zusammen neun Karten gegeben und fünf (statt zwei) in den Skat gelegt. Die Karten des Strohmanns bleiben während des Reizens verdeckt liegen, erst nach Ausspielung des ersten Stichs deckt der Gegner des Spielers sie sämtlich auf und verfügt darüber, als wenn ein Partner von ihm mitspielte. Der Spieler darf dem Skat, bevor er sein Spiel tauft, drei Karten entnehmen und dafür drei andere fortlegen; die restlichen zwei bleiben verdeckt liegen, zählen aber zugunsten des Spielers beim Resultat mit. Man kann auch vereinbaren, daß die Karten des Strohmanns nicht aufgedeckt, sondern der Reihe nach jedem Stich beigeworfen werden; diese Methode verstößt jedoch gänzlich gegen das Wesen des Skatspiels und macht das Spiel zu einem Glücksspiel, in dem nur der Zufall den Ausschlag gibt.

Weit mehr paßt sich dem richtigen Dreierskat folgende Methode an. Es wird gegeben wie üblich, dreimal fünf, darauf zwei in den Skat, dann wiederum dreimal fünf. Die ersten fünf Karten des fehlenden “Dritten” erhält Vorhand als Reserve, die letzten der Geber; sie dürfen aber nicht angesehen werden. Nun wird gespielt wie im Dreierskat. Nach dem zehnten Stich nehmen beide Partner die fünf Reservekarten auf und spielen das Spiel zu Ende. Es ist auch in einigen Gegenden gebräuchlich, daß die Reservekarten einzeln nach jedem Stich oder zusammen nach dem fünften Stich aufgenommen werden; diese Spielart ist jedoch nicht ratsam, denn man hat gar keine Kontrolle, ob fair gespielt wird, da niemals nachzuweisen ist, ob ein Partner ehrlich bekannt oder eine Farbe verleugnet hat.

Eine weitere Art des Zweierskates ist das Spiel mit 24 Karten. Man entfernt aus dem Kartenspiel die acht kleinsten Werte, Sieben und Acht. Der Skat wird doppelt gelegt, je zwei Karten für jeden Partner, doch darf nur der Spieler ihn aufnehmen, während der Gegner ihn erst nach Beendigung des Spiels zu seinen Stichen hinzuzählen darf. Man gibt die Karten bei diesem Spiel: zweimal fünf, Skat für Vorderhand, zweimal fünf, Skat für Geber, zweimal fünf.

Unter dem Namen “Leipziger Zweiskat” wird folgende Spielart angewandt. Jeder Partner erhält 16 Karten. Die ersten acht hat er unbesehen vor sich auf den Tisch zu legen, die letzten acht offen darauf. Nun wird auf Grund der offenen acht Karten gereizt. Nach jedem Stich ist die freigewordene untere Karte umzudrehen, so daß stets mit offenen Karten gespielt wird.

Auch hier gibt es insofern eine Abweichung, als Vorhand sich nicht reizen läßt, sondern nach den ersten vier erhaltenen offenen Karten Trumpffarbe und Spiel bestimmt. Bei diesen Spielen mit verdeckten Karten sind ebenso wie bei Spielen mit Strohmann Nullspiele vollständig ausgeschlossen.

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