Slotmaschinen

Ein Artikel aus der Rubrik Glücksspiele.

Eines der einfachsten Glücksspiele bieten die Spielautomaten, die Slotmaschinen, die man auch unter der Bezeichnunge “einarmige Banditen” kennt.
Wie jedermann weiß, handelt es sich bei Slotmachinen um “Geldschlucker”. Jede Münze setzt – mit oder ohne Betätigung eines Hebels – drei Rollen in Bewegung. Auf den Oberflächen der Rollen befinden sich farbige Symbole – Zahlen oder Zeichen -, die, wenn sie in bestimmter Stellung anhalten, dem Spieler Gewinn in klingender Münze zurückzahlen. Der Erfolg des Spielers beruht ausschließlich auf Zufall. Der Automat gibt in der Regel 82 bis 94 Prozent der Münzen zurück, die in ihn hineingesteckt werden. Auf jeder Rolle sind 20 Zeichen angebracht – 8000 Kombinationen sind möglich. Nur 12 davon erweisen sich als “zahlkräftig” für den Spieler.
Der Erfinder dieses gewinnbringenden Mechanismus war der Amerikaner Charles Fey – ein Mechaniker. Offenbar muß er aber ein gewisses Verständnis nicht nur für Maschinen, sondern auch für die menschliche Seele gehabt haben. 1895 vermietete er als 29jähriger das erste Exemplar, das er die “Freiheitsglocke” nannte, für einen 50prozentigen Anteil am Gewinn, den der Apparat einspielte. Fey mag kein Spieler gewesen sein, aber sicherlich muß ihm die Tatsache geläufig gewesen sein, daß eines der Motive für das Glücksspielen in der Lust am Verlieren besteht. Denn, wo immer eine Slotmaschine steht, steht in der Regel auch jemand, der sie mit Münzen füttert.
Ein solcher, dem Spielzwang erlegener Spieler war ein indischer Geschäftsmann, der auf einer Geschäftsreise in Japan in einem Cafe erstmals vier Glücksspielautomaten nebeneinander erblickte. Er versorgte sie mit Münzen und gewann acht zurück. Mit diesem “Kapital” begann er ein wahres Marathon-Spiel, das sich über sechs Tage und Nächte erstreckte, nur unterbrochen von vier dreistündigen Pausen, die er zum Essen und Schlafen benötigte. In dieser Zeit betätigte er 70.000 mal den Hebel, erzielte Gewinne in der Gesamthöhe von 1500 Dollar und steckte das Geld wieder in die Spielautomaten. 100 Dollar tat er aus der eigenen Tasche hinzu. Trotz des relativ hohen Gewinns hatte er während des ganzen Spiels keinen Cent Gewinn in der Tasche. Während einer Phase des Spiels mußte er sogar 20 Dollar aus eigener Tasche zuschießen, ehe er wieder einen Gewinn machte. Auf Grund seiner Erfahrungen erklärte er den Direktoren seiner Firma, es sei eine gute Idee, das Exportgeschäft in Mango, Curry und Rhinoceros-Pulver aufzugeben und statt dessen Spielautomaten aus Amerika zu importieren. Die Firma nahm einen großen Aufschwung.

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