Solo

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Solo ist eines der ältesten deutschen Kartenspiele. Es ist ohne Zweifel aus dem schon seit dem Mittelalter bestehenden Lomber entstanden. Man spielt es zu vier Personen mit Skatkarten (32 Blatt).

Beständige Trümpfe sind Kreuz- und Pik-Damen, einerlei, welche der vier Farben Trumpf ist. Krenz-Dame ist der höchste, Atout-Sieben der zweit- und Pik-Dame der dritthöchste Trumpf; sie heißen der Reihe nach, wie beim Lomber, Spadille, Manille, Baste und in ihrer Gesamtheit Matadore; insgesamt gibt es daher in “Schwarz” neun, in “Rot” zehn Trümpfe. Eine Farbe, entweder die, in der das erste Spiel gewonnen wurde, oder ein für allemal Treff, ist Hauptfarbe für die ganze Spieldauer, die anderen heißen dann “Beifarben”. Der erste Geber wird durch Los (niedrigste Karte) ermittelt, er verteilt die Blätter restlos, indem er dreimal herum 3, 2, 3 Karten gibt.

Es gibt nur 4 Spiele: Frage, Großfrage, Solo, Mußfrage! Bei den Fragespielen wählt sich der Spieler einen Partner, indem er den Besitzer eines bestimmten Asses zum “Mitgehen” aufruft. Der Spieler muß mindestens 5 Stiche hereinbekommen, wobei die vom Partner hereingeholten mit gelten. Wer die beiden “Alten” (Kreuz- und Pik-Dame) hat, muß, wenn nicht Solo gereizt wird, Großfrage ansagen; er ruft ein bestimmtes As zum Mitgehen auf und fordert seinen Partner auf, Trumpffarbe zu bestimmen, die jedoch nicht die angerufene Asfarbe sein darf. Wer die beiden Alten und vier Asse besitzt, muß Solo ansagen, wenn es kein anderer tut.

Beim Solo spielt der Spieler allein gegen die drei Gegner. Gelingt es ihm, 5 Stiche zu machen, so erhält er nicht nur den Einsatz, sondern auch bestimmte Gebühren von jedem Gegner. Verliert er, so hat er den Einsatz entweder zu verdoppeln und die gleichen Gebühren an jeden Gegner zu entrichten oder den Einsatz den Gegnern zu überlassen. Man muß sich darüber vorher einigen.

Wird nichts angesagt, so muß der Inhaber der Spadille, der “Alten” (Kreuz-Dame), Mußfrage spielen. Er ruft ein As an und läßt, wie bei der Großfrage, seinen Partner Trumpffarbe bestimmen. Gewinne und Verluste tragen Spieler und Partner stets gemeinsam.

Spieler und Partner müssen die Stichemehrheit, also mindestens 5 Stiche, hereinholen, um zu gewinnen. Es ist einerlei, wer von ihnen sie macht. Erhält einer der Gegner allein mehr Stiche als Spieler und Partner zusammen, so ist das Spiel doppelt verloren (Kodille). Macht eine Partei die ersten 5 Stiche hintereinander, so stehen ihr “Prima”-Gebühren zu, macht sie alle 8 Stiche (Allstich-Schwarz), so erhält sie ebenfalls erhöhte Gebühren, die sich noch steigern, wenn “Allstich” gleich vor Beginn des Spiels angesagt wird.

Sobald eine Partei 5 Stiche hat, wirft sie die Karte. Spielt sie zum 6. Stich noch aus, so erklärt sie damit “Allstich” machen zu wollen und verliert die Partie, wenn es ihr nicht gelingt! Sie spielt dann “weitergespielten Allstich”. Bei einem gewonnenen Allstich fällt die “Prima”-Gebühr fort.

Das Reizen (Spielbegehren) erfolgt in der Weise, daß Mittelhand an Vorhand erklärt: “Ich frage.” Antwortet Vorhand: “Ich passe,” so erklärt Hinterhand sich weiter. Paßt Vorhand nicht, so wird weitergereizt: “Farbe? Groß? Solo?” Spiele in Hauptfarbe haben stets den Vorrang.

Vor Beginn des Spiels setzt jeder Mitspieler den Einsatz ein. Man kann vereinbaren, daß die Einsätze auch geleistet werden müssen, wenn nach einem verlorenen Spiel doppelter Einsatz steht (falls er nicht verteilt wird), man kann auch, wie beim Lomber eine Pinke (Rokambole) bilden und auf “Rock” spielen. Die Gebühren sind meistens folgende:
Mußfrage 2 Einheiten
Großfrage 4 Einheiten
Solo 4 Einheiten
Primagebühren 2 Einheiten
Weitergespielter Allstich 8 Einheiten
Angesagter Allstich 16 Einheiten
Matadore 3 Einheiten

Werden Spiele in der Hauptfarbe gespielt, so sind alle Gebühren doppelt zu entrichten.

Als Regeln gelten: Solange die Parteien noch nicht bekannt sind, nimmt jeder Spieler die gemachten Stiche selbst auf, hernach werfen die Parteien sie zusammen. Wer es unterläßt, ein As anzurufen, spielt stets Solo. Ein angerufenes As muß bekannt werden, sobald die Farbe ausgespielt wird. Im übrigen alle sonst unter “fairen” Spielern üblichen Bedingungen und Gebräuche.

Es gibt eine Menge Abarten des “Solo”, in die ein Kenner des vorstehend erklärten Spiels sich indessen schnell einspielt, so daß ihre Beschreibung nicht nötig ist. Auch zu “dreien” wird Solo gespielt, es sind dann Karo-As bis -Acht und Herz-Acht aus dem Kartenspiel zu entfernen, so daß nur eine Karokarte (Sieben) im Spiel verbleibt. Karo ist dann stets Hauptfarbe, so daß bei Spielen in Hauptfarbe nur drei Trümpfe im Spiel sind. Man kann auch von jeder Farbe die Acht und Neun fortlegen und dann wie zu vieren spielen. Man kann dabei auch bestimmen, daß ein Spieler, der 4 Stiche erhielt, noch gewonnen hat, wenn die vier nicht erhaltenen Stiche auf die Gegner verteilt fielen. Bei allen Spielen zu dreien wird nur Frage und Farbe gespielt, Großfrage und Solo fallen fort.

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