Spielautomaten manipulieren

Ein Artikel aus der Rubrik Falschspieler.

Obwohl der Eigentümer oder Mieter eines Spielautomaten mit erheblichen und sicheren Gewinnen rechnen kann, hat man verschiedentlich die Auszahlquote auf 20 Prozent dieses Gewinns beschränkt. Aber auch unter den Spielern gab es genug, die den Automaten zu überlisten versuchten. Zuerst bediente man sich grober Methoden, um den Automaten anzuzapfen. Aber dagegen fanden die Hersteller Mittel. Eine raffinierte Methode bestand darin, dem Spielablauf durch genaue Beobachtung der Vorgänge beizukommen.
Diese Methode verlangte größtes Training. Zuerst mußte der Spieler die genaue Sekundenzahl ermitteln, die jede Rolle lief, nachdem der Hebel betätigt worden war. Dann mußte man die genaue Folge der Symbole auf den drei Rädern auswendig lernen. Sodann mußte der Spieler mit der Genauigkeit einer Stoppuhr die Sekunden zählen, die zwischen dem Einwerfen der Münze und dem Drücken des Hebelarmes verstreichen mußten, wenn er den Apparat gewinnbringend in Betrieb setzen wollte. Vorher mußte er sich über die Stellung der drei Zeichen orientieren. Welche Zeichen vor und welche nach den drei Zeichen einer Konstellation lagen, wußte er ja aus dem Gedächtnis. Auf diese Weise gelang es, den Hebel nach Ablauf einer bestimmten Anzahl von Sekunden nach Einwurf der Münze “richtig” zu betätigen: Die gewinnbringende Kombination stellte sich ein, die Münze klingelte im Spender.
Nicht ganz überraschend ist, daß eine erstaunliche Anzahl von Personen sich diese Fertigkeit erwarben. Aber bestimmte Menschen sind eben eher bereit, ihre Talente an dubiose statt an vernünftige Dinge zu verschwenden. Ehe diese geschickte Methode von der Herstellerfirma entdeckt war, hatte sie außerordentliche finanzielle Verluste hinzunehmen. Danach wurde der Konstruktionsfehler auf mechanischem Wege abgestellt, und bis heute hat sich auf der Seite der Spieler noch kein Ersatz gefunden. Allerdings darf man sicher sein, daß auch daran “gearbeitet” wird.
Diese Spielautomaten-Plünderer benötigen Geschicklichkeit zum Betrügen, aber bei anderen Spielen benötigt man Geschicklichkeit, um reell zu gewinnen. Das gilt für die meisten Kartenspiele, aber auch für andere Spiele – wie zum Beispiel das chinesische Mah-Jong Spiel, das mit Plättchen gespielt wird.

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