Spielbank und Badestadt

Ein Artikel aus der Rubrik Spielcasinos.

Die Verbindung von Spielbank und Badestadt ist historisch begründet. Sie gehört zur Tradition aller alten Kurorte. Als es im 17. Jahrhundert bei der distinguierten Gesellschaft Mode wurde während des Sommers einige Wochen oder gar Monate ins Bad zu reisen, zur Erholung oder eines Leidens wegen, wollte man dort nicht auf die gewohnte gesellschaftliche Unterhaltung verzichten, auf das abendliche Spiel. Jeder Kurort fühlte sich verpflichtet, seinen Gästen Gelegenheit zu geben, bei Pharao, Trente et Quarante, Ecarte, und wie die Spielchen damals hießen, den Abend zu verbringen. Was sollten sie auch in den meist dörflichen Badestädtchen anfangen? Also wurden Spieltische in großen Hotels, zuletzt im Kurhaus aufgestellt und das Spielgeschäft verpachtet. Bedenken brauchte man nicht zu haben: Gespielt wurde doch nur von einer Gesellschaft, zu deren häuslichem Mobiliar ein Spieltisch gehörte und deren Konvention schon dafür sorgte, daß es keinen Skandal gab.
Den Aufstieg zu Weltbädern verdanken Baden-Baden, Bad Homburg und Wiesbaden aber erst der Roulette, die von den Bankhaltern aus Paris eingeführt wurde, als in Frankreich 1838 Glücksspiele verboten wurden. Diese Unternehmer großen Stils bauten die eleganten Kurhäuser, veranstalteten rauschende Feste, boten alles auf, um die große Welt in diese damals recht bescheidenen deutschen Badeorte zu ziehen.
Aber schon 1872 wurden auch ihre Pforten geschlossen. In Europa wurde nur in Monte Carlo gespielt, und zwar Roulette und Baccara. Durch den Ausgang des ersten Weltkriegs wurde das Gebiet der Stadt Danzig freie Stadt. In ihrem vielbesuchten Seebad Zoppot konzessionierte sie eine Spielbank.
Das Gesetz von 1933, das Baden-Baden wieder eine Spielbank bescherte, verlangt, daß Konzessionen für Spielbanken nur an Orte mit großem Fremdenverkehr und einem großem Prozentsatz an ausländischen Gästen vergeben werden. Nur Kurorte von Weltgeltung konnten dieser Bedingung nachkommen.

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