Straddeln beim Poker

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Bevor das Poker Visum-Spiel beginnt, d. h. wenn der Visum-Geber seine Zahlung geleistet und der Teiler mit dem Teilen noch nicht begonnen hat, hat der links vom Visum-Geber sitzende Spieler das Recht, das Visum zu verdoppeln. Diesen Vorgang nennt man “Straddeln“.

Jeder Spieler hat das Recht, zu “straddeln”, d.h., er darf, wenn die Reihe an ihm ist, den als Visum eingezahlten bzw. den bereits “gestraddelten” Betrag seinerseits jeweils höchstens um das Doppelte erhöhen. Der Letzte, der “straddeln” darf, ist der Teiler. Der Spieler, der als Erster das Visum gebracht hat, hat kein Recht mehr, zu “straddeln”. Der Teiler hat also beim Visum-Spiel mit dem Teilen immer so lange zu warten, bis entweder “gestraddelt” oder von dem Recht, zu “straddeln”, nicht Gebrauch gemacht wurde.

Warum wird nun “gestraddelt”? – Der Vorgang des “Straddelns” hat zur Folge, daß das Spiel (nach dem Teilen und nach Einblick in die Karten) nun nicht mehr durch den links vom Visum-Geber sitzenden Spieler begonnen wird, sondern daß diese “Vorhand” auf den Spieler übergeht, der links vom “Straddler” sitzt. Dadurch hat der “Straddler” jetzt nicht mehr als Erster, sondern als Letzter zu sprechen, ein Positionswechsel, der für die weitere Durchführung des Spieles von großem taktischem Vorteil sein kann.

Oft wird auch nur deshalb “gestraddelt”, weil der eine oder der andere Spieler das Bestreben hat, das Spiel in die Höhe zu treiben.

Um den Vorgang vollkommen klarzumachen, wollen wir ihn wieder an einem kurzen Beispiel demonstrieren:

Die Spieler sind A, B, C, D und E. Der Spieler A (Teiler) hat die bereits gemischten Karten in der Hand, es wurde auch bereits von E abgehoben. Der Spieler B weiß, daß er an der Reihe ist, sein Visum einzuzahlen. Er kann dazu auch vom Teiler durch einen kurzen Zuruf aufgefordert werden. Spieler B wirft also sein Visum, z. B. eine Einheit, in den Pot. Der nächste Spieler, C, wird, wenn er den Wunsch hat, entweder das Spiel zu erhöhen, oder seinen Platz zu verbessern, sofort mit dem Ruf “Ich straddle” reagieren und dabei das Doppelte – in unserem Beispiel zwei Einheiten – in den Pot werfen. Der Spieler D kann gleichfalls überstraddeln, und zwar höchstens mit vier Einheiten. Wir nehmen an, daß der Spieler E von seinem Recht, zu straddeln, keinen Gebrauch macht und es dabei bewenden läßt. Der letzte Spieler, A (der Teiler), hat dann seinerseits kein Recht mehr, den Spieler D zu überstraddeln.

Ist der Vorgang des “Straddelns” beendet, so beginnt der Spieler A in der bereits geschilderten Weise zu teilen, indem er, ohne Rücksicht auf das “Straddein”, die Reihenfolge B – G – D – E – A einhält. Durch das “Straddeln” ergibt sich nun folgender Positionswechsel: Es hat sich nun nicht (wie das ohne “Straddeln” der Fall gewesen wäre) der Spieler G als Erster zu äußern, sondern der Spieler E als der unmittelbar hinter dem letzten Straddler D Sitzende.

Das “Straddeln” kann und darf das Spiel nicht aufhalten, sondern die notwendigen Erklärungen der einzelnen Spieler haben ohne Verzögerung, Schlag auf Schlag, zu erfolgen.

Wenn das Visum eingezahlt, das eventuelle “Straddeln” abgeschlossen, wenn geteilt wurde und wenn alle Spieler sich der Reihe nach “in” oder “out” erklärt und die entsprechenden Zahlungen geleistet haben, dann beginnt die nächste Phase des Spieles.

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