Südsee-Skandal

Ein Artikel aus der Rubrik Geschichte.

Der Südsee-Skandal erschütterte England im 18. Jahrhundert. Es handelte sich um ein zu Beginn solides Projekt, das später durch unmäßige Spekulation aufgeblasen wurde, bis es schließlich platzte. Dabei trieben natürlich auch berufsmäßige Hasardeure ihr Spiel.

Das Projekt wurde im Jahre 1711 von Robert Harley, dem Earl of Oxford, ins Leben gerufen. Lord Harley war im übrigen Schatzkanzler Seiner Majestät. Er gründete eine Gesellschaft – die South Sea Company – mit dem Geschäftszweck der Wahrnehmung des Handels in der Südsee. Die Gesellschaft erhielt das Monopol im britischen Handel mit Südamerika und den Pazifischen Inseln. Zunächst ging alles gut. Im Jahre 1718 wurde der König Gouverneur der Gesellschaft, und die Direktoren der Gesellschaften gaben bekannt, sie würden die Staatsschuld (ca. 0,7 Milliarden Euro) gegen die Gewährung weiterer Handelskonzessionen übernehmen, und daß sie darüber hinaus willens seien, zusätzlich 35 Millionen Euro für das Privileg zu zahlen. Nachdem die Regierung das Angebot im Jahre 1720 akzeptiert hatte, kletterten die Gesellschaftsanteile quasi über Nacht in ungeahnte Höhen.

Dies rief Imitatoren auf den Plan. Sie wollten absahnen. Binnen kürzester Zeit wurden die lächerlichsten Unternehmungen publiziert und angepriesen, und Tausende beeilten sich, ihr Kapital professionellen Schwindlern anzuvertrauen -für Projekte, die zwischen dem “Schmelzen von Holz zum Gießen von Planken” über das “Einfangen des Sonnenlichtes zum Zwecke des Imports nach England” bis zu Unternehmungen reichten, bei denen aufgerufen wurde, für “eine vorteilhafte Unternehmung, bei der man noch nicht weiß, was dabei herauskommt”, Geld zu geben.

Die ehrbare Südsee-Gesellschaft prangerte diese Machenschaften natürlich an, aber es war zu spät. Im August 1720 war der Schwindel geplatzt, der Kurs der Südsee-Aktien stürzte in die Tiefe. Tausende von Anlegern verloren den letzten Penny. Uber 800 Selbstmordfälle wurden mit dem Skandal in Zusammenhang gebracht. Die Regierung setzte einen Untersuchungsausschuß ein, der herausfand, daß selbst bei der ehrbaren Südsee-Gesellschaft Schwindler am Werk waren. Robert Walpole, der Premier-Minister, beschlagnahmte das Vermögen der betrügerischen Direktoren und gab es den Opfern des Skandals. Aber das Desaster konnte auch er nicht verhindern.

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