Tarock

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Das Kartenspiel Tarock wird mit drei Personen gespielt. Man benötigt ein Kartenspiel mit 36 Blatt, von der 6 bis zum As. (Je neun Karten in den vier Farben = 36!) Die Werte der Karten: As = 11, Zehn = 10, König = 4, Dame = 3, Bube = 2. Neun, Acht, Sieben und Sechs gelten 0, haben also keinen Augenwert. Demnach ist die Summe der Augen 120.

Vom durchs Los bestimmten Geber werden die Karten folgendermaßen verteilt: Jeder Spieler bekommt insgesamt elf Karten, erst vier, dann drei. Dann werden drei Karten verdeckt in die Mitte gelegt, der Rest, je vier Karten pro Spieler, wird ausgeteilt.

Dann wird gereizt. Vorhand, jener also, der links vom Kartengeber sitzt, beginnt damit. Wenn er gute Karten hat, also hochwertige und eine “lange Farbe”, sagt er: “Ich spiele.” Anderfalls erklärt er: “Ich passe.” Dann reizt sein linker Nachbar bzw. paßt ebenfalls. Passen alle drei Spieler, wird nochmals gegeben, nachdem die Karten eingesammelt und gemischt wurden.

Durch die Ansage: “Ich spiele” geht das Spiel aber noch nicht unbedingt an den, der als erster reizte. Sein Nachbar darf sagen: “Ich spiele auch.” Dies setzt jedoch voraus, daß er ein “Handspiel” machen will, das heißt, daß er die drei verdeckten Karten auf dem Tisch nicht aufnehmen darf, um sie gegen drei unbrauchbare Handkarten auszutauschen. Wer als erster reizte, braucht aber noch nicht aufzugeben. Wenn sein Blatt sehr gut ist, sagt er: “Ich biete fünf mehr.” Was heißt das? Es bedeutet, daß er, um zu gewinnen, nicht mindestens 61 Augen haben muß, sondern mindestens 66. Will der andere daraufhin nicht passen, sagt er: “Ich halte.” Entweder paßt der erste nun, oder er bietet: “Zehn mehr”, braucht nunmehr zum Gewinnen also mindestens 71 Augen.

Das kann theoretisch so lange fortgesetzt werden, bis die höchstmögliche Augenzahl, 120 also, erreicht ist. In dem Fall muß der Spieler, um zu gewinnen, seine Gegner “schwarz machen”, d. h., sie dürfen keinen Stich bekommen oder nur einen, der keine Augen zählt.

Paßt aber der erste, hat der zweite nur dann das Spiel, wenn der dritte ebenfalls paßt. Andernfalls geht das Reizen zwischen dem zweiten und dritten Spieler weiter.

Wer ein Handspiel macht, darf zwar die drei Tischkarten nicht aufnehmen und sie natürlich auch nicht einsehen, aber sie gehören ihm trotzdem, da er die in ihnen enthaltenen Augen bei Spielende den in seinen Stichen enthaltenen Augen hinzuzählen darf.

Das Reizen macht Spaß und ist spannend. Das Spiel selbst ist unkompliziert. Jener, an den es geht, sagt die Trumpffarbe an, diejenige also, die ihm gewinnbringend erscheint. Trumpf muß immer bedient werden. Auch jede andere ausgespielte Farbe muß bedient werden. Wer keinen Trumpf hat und auch keine Karte der ausgespielten Farbe, wirft eine in einer anderen Farbe ab. Wenn er aber die geforderte Farbe nicht hat, wohl aber noch Trumpf, darf er nicht abwerfen, sondern muß stechen!

Derjenige, der das Spiel durch Reizen an sich brachte, ist Alleinspieler. Die beiden anderen spielen gemeinsam gegen ihn. Erster Ausspieler ist immer derjenige, der “Vorhand” ist, also links vom Kartengeber sitzt. Durch geschicktes Spielverhalten, wie sich dies durch die Praxis erlernen läßt, gewinnt entweder der Alleinspieler oder muß es sich gefallen lassen, daß die Gegenpartei ihm sein Spiel “rumreißt”.

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