Varianten des Dominospiels

Ein Artikel aus der Rubrik Geschichte.

Im Fernen Osten gibt es 47 Varianten des Dominospiels, und das ist – verglichen mit europäischen Varianten eines bestimmten Spieltypus – eine erstaunliche Zahl. Wie beim Würfelspiel werden auch beim Domino lyrische Bezeichnungen verwendet: “Im Inneren der Pagode”, “Die springende Gazelle”, “Die kleinen Schlangen”, “Der Pfirsichgarten”, “Blaßrot im Dunst”.
Beim Domino, wie es heute noch in Indien und in China gespielt wird, wird oft Glücksspiel mit Wahrsagerei verbunden. Bestimmte Konstellationen der Steine gelten selbst dann als “glücksbringend”, wenn der Spieler sein Spiel verliert. Dieses mystische Element hat sich indes bei der Übertragung des Spiels in den abendländischen Westen verloren. Hier hat sich nur der arithmetische Reiz behaupten können.

Amerikanische Ethnologen haben im 19. Jahrhundert festgestellt, daß die Innuit-Eskimos eine Art Domino spielten. Sie nannten es “A Ma Zu Lat”, was bedeutet: Aufrecht stehen nebeneinander. Die “Steinchen” bestehen aus Elfenbein, ihre Zahl variiert zwischen 60 und 148. Für die Zahlenkombinationen je Stein hat man Namen wie “Ka Niu Tik” (Schlitten), “Kaiak” (Kanu), “Kaie Sak” (Nabel) und “A Ma Zut” (viele). Aus dem Bericht geht hervor, daß die Eskimos alles verwetten, sogar ihre Frauen. Aber nicht selten hätten diese verwetteten Frauen selber am Spiel teilgenommen und im Gewinnfalle ihre ursprüngliche Zugehörigkeit wiedererlangt.

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