Das große Los

Wenn in einer größeren Gesellschaft etwas ausgelost werden soll oder auch ein Geldeinsatz einem Gewinner zufallen soll, so ist das Kartenspiel „Das große Los“ geeignet dazu. Man verteilt oder verkauft sämtliche Blätter eines Kartenspiels an die Teilnehmer, welche sie offen vor sich auf dem Tische ausbreiten. Nun mischt der Spielleiter ein zweites Kartenspiel, läßt es, ohne daß die untere Karte gesehen wird, abnehmen und legt das Spiel vor sich auf den Tisch. Er nimmt nun in rascher Folge einzeln die Karten von oben ab und ruft ihre Benennung laut aus. Wer die Gegenkarte, also die gleiche der ausgerufenen, besitzt, muß diese umdrehen. Sobald einer keine Karte mehr offen liegen hat, ruft er: „Halt!“ Es beginnt dann der Handel. Der Betreffende muß dann sehen, von einem andern Spieler, der noch mehrere offene Karten besitzt, eine einzuhandeln, wobei er sich aber, wenn er Vorsicht üben will, Garantie ausbedingen muß, daß sie noch nicht ausgerufen ist. Je weniger Karten noch offen sind, desto wertvoller werden sie und steigen im Preise. Wer die zuletzt ausgerufene Karte besitzt, gewinnt, er hat das große Los.

Wenn nicht alle Karten verdeckt sind (umgedreht), so haben ihre Besitzer nicht aufgepaßt und haben je Karte eine Strafe zn bezahlen; der Betrag wird der nächsten Verlosung beigefügt.

Es können auch zwei oder drei Gewinne bestimmt werden, dann werden sie auf die zuletzt ausgerufenen zwei bzw. drei Karten in der Reihenfolge zugeteilt, daß die letzte Karte immer das „große Los“ ist. Bei drei Gewinnen wird der Handel oft mit Gewinnklausel (Gewinngarantie) abgeschlossen, auch entstehen manchmal Kompaniegeschäfte und Anteilverkäufe.