Jeder dritte belgische Minderjährige hat schon einmal ein Rubbellos gekauft

Das VAD (Flämisches Kompetenzzentrum für Alkohol und andere Drogen) organisiert jedes Schuljahr eine Umfrage unter 7.500 Sekundarschülern zu den Themen Rauchen, Alkohol, psychoaktive Medikamente, illegale Drogen, Glücksspiel und Glücksspiele. Die Ergebnisse des Schuljahres 2017-2018 zeigen, dass jeder dritte Jugendliche vor seinem achtzehnten Geburtstag ein Rubbellos gekauft hat.

Alle Arten von Glücksspielen sind in Belgien für Minderjährige verboten. Ab ihrem achtzehnten Geburtstag können junge Menschen Lotto spielen, ein Rubbellos kaufen oder an Wetten teilnehmen. Um online zu spielen, das Kasino zu besuchen oder um Geld zu pokern, müssen junge Menschen bis zu ihrem einundzwanzigsten Geburtstag warten.

Dieses Altersverbot hindert junge Menschen nicht daran, Lotto zu spielen oder ein Rubbellos zu kaufen, so die Zahlen des VAD. Siebenundzwanzig Prozent der Vierzehnjährigen haben bereits ein Rubbellos gekauft. Bei den Fünfzehnjährigen steigt diese Zahl auf 33 Prozent. Auch beim Lotto warten viele junge Menschen nicht, bis sie volljährig sind. Bis zu ihrem achtzehnten Geburtstag spielte nicht weniger als jeder fünfte flämische Jugendliche mindestens einmal Lotto.

Die VAD findet es bemerkenswert, dass die Spiele der Nationallotterie bereits „in jungen Jahren gut etabliert“ sind. Direktorin Katleen Peleman warnt davor, dass die Spiele der Nationallotterie als Sprungbrett zu anderen Glücksspielen wie Sportwetten dienen können. Für den VAD sind Rubbellose und andere Lotterieprodukte nicht unschuldig. „Wir sehen, dass Menschen genauso gut süchtig nach ihnen sein können“, sagt Peleman.

Die Ergebnisse der VAD-Umfrage deuten laut der Nationallotterie nicht auf ein Problem hin. Die meisten jungen Menschen, die bereits „einmal“ mit ihren Produkten in Kontakt gekommen sind. Nur 0,8 Prozent geben an, dass sie „regelmäßig“ mitspielen. „Wir wissen, dass Regelmäßigkeit zur Spielsucht führen kann. Das ist hier nicht der Fall. Es ist ein großer Unterschied, ob man einmal spielt oder regelmäßig spielt“, nuanciert der Sprecher Joke Vermoere die Zahlen.