Rummy

Ein Artikel aus der Rubrik Geschicklichkeitsspiele.

Die Original-Spielregeln des amerikanischen Rummy.

An einem Rummy-Spiel können zwei bis sechs Spieler teilnehmen. Wenn mehr als sechs Spieler sind, dann wird mit zwei Kartenpaketen (104 Blatt) gespielt.

Gespielt wird mit Rummy-Karten (52 Blatt), die in den Ecken verkleinert die Kartenbezeichnung tragen. Die höchste Karte ist der König, die niederste das As. In einer Sequenz darf das As nicht an den König angelegt werden, es sei denn, daß das vor dem Spiel ausdrücklich vereinbart wird.

Wer die höchste Karte zieht, ist der Teiler und hat Platzwahl. Die übrigen Spieler nehmen nach dem Wert der gezogenen Karten Platz, und zwar so, daß links vom Teiler der Spieler mit der nächst niedersten Karte zu sitzen kommt usw.

Nehmen zwei Spieler teil, dann erhält jeder zehn Karten, bei drei oder vier Spielern jeder sieben Karten, bei mehr als vier Spielern jeder fünf oder sechs Karten.

Geteilt wird einzeln im Sinne des Uhrzeigers, die erste Karte erhält also der vom Teiler links sitzende Spieler. Die übrigen Karten des Pakets bilden den “Stoß”, der verdeckt in die Mitte des Tisches gelegt wird. Die oberste Karte wird offen neben den “Stoß” gelegt un bildet den Grundstock für die während des Spiels abzuwerfenden Karten, den sogenannten “Talon”.

Das nächste Spiel wird jeweils von dem zur Linken des Teilers sitzenden Spieler geteilt.

Ziel des Spieles ist, daß der Spieler seine Karten zu Figuren zusammenstellt bzw. zu Figuren ergänzt. Als Figuren gelten folgende Kombinationen:
a) Drillinge und Vierlinge, d. h. drei oder vier Karten des gleichen Werts, z. B. drei Damen, drei Zehner, vier Könige, vier Asse.
b) Sequenzen, d. h. mindestens drei oder mehr Karten der gleichen Farbe nach Werten geordnet, z. B. Treff-Siebener, -Achter, -Neuner oder Herz-Neuner, -Zehner, -Bube, -Dame.

Der Spieler links vom Teiler (Vorhand) beginnt das Spiel, indem er entweder die offene Karte vom “Talon” an sich nimmt, wenn sie in sein Blatt paßt, oder die oberste Karte vom “Stoß” kauft und, ohne sie zu zeigen, in sein Blatt aufnimmt. Für diese gekaufte Karte wirft er eine Karte aus seinem Blatt ab, die ihm wertlos erscheint, d. h. er legt sie offen auf den “Talon”. Die abgeworfenen Karten müssen so auf den “Talon” gelegt werden, daß nur die oberste Karte sichtbar ist. Bevor er abwirft, kann er nach seinem Belieben fertige “Figuren” aus seinem Blatt “herauslegen”, d. h. offen vor sich auf den Tisch legen, z. B. einen Buben-Drilling, oder eine Sequenz Herz-As, -Zweier, -Dreier.

Hat der erste Spieler abgeworfen, dann kommt der links von ihm sitzende Spieler an die Reihe usw.

Ist ein Spieler an der Reihe, dann darf er weitere Karten an seine bereits ausgelegten Figuren anlegen oder an die von den Gegnern ausgelegten Figuren.
Beispiel: Ein Spieler hat eine Herz-Dame im Blatt, er selbst oder einer der anderen Spieler hat einen Damen-Drilling herausgelegt, an diesen darf er seine Dame anlegen. Dasselbe gilt für eine Sequenz Herz-Neuner, -Zehner, -Bube.

Sieger ist jener Spieler, der als erster “glatt” ist, d. h. der alle seine Karten zu Figuren geordnet herausgelegt hat und mit dem Ruf “Rummy” oder “glatt” seine letzte Karte abwirft. Die anderen Spieler sollen ihre Karten nicht ablegen, bevor die Richtigkeit des Rummy-Rufes überprüft ist.

Nach dem Rummy-Ruf ist es nicht mehr gestattet, einzelne Karten oder ganze Gruppen herauszulegen. Das Spiel gilt als beendet.

Wenn die Karten vom “Stoß” aufgebraucht sind, bevor ein Spieler ausmachen konnte, dann wird der “Talon” (die abgeworfenen Karten), ohne zu mischen, umgedreht und mit diesen Karten weitergespielt.

Legt ein Spieler sein ganzes Blatt auf einmal in Figuren geordnet auf den Tisch, so bezeichnet man das als “Hand-Rummy”. In diesem Falle dürfen vorher keine Figuren herausgelegt worden sein. “Hand-Rummy” wird besonders bewertet (siehe Abrechnung). Es ist vorher zu vereinbaren, ob beim “Hand-Rummy” eine Karte abgeworfen werden muß oder nicht.

Besondere Spielregeln

  1. Nach Übereinkommen ist auch das sogenannte “Borgen” oder “Ausleihen” gestattet, d. h. daß der Spieler das Recht hat, eine oder mehrere Karten seiner bereits herausgelegten Figuren zur Bildung neuer Kombinationen mit Karten aus seinem Blatt zu verwenden. Das ist aber nur dann erlaubt, wenn die Figur, von der die Karte “ausgeliehen” wird, aus mehr als drei Karten besteht. Man darf also von einem Drilling oder von einer aus nur drei Karten bestehenden Sequenz keine Karte “borgen”.
  2. Wirft ein Spieler eine Karte ab, die er an eine Figur eines Gegners hätte anlegen können, dann kann jeder andere Spieler außerhalb der Reihe diese Karte kaufen (reklamieren), wenn er damit “Rummy” machen kann. Er muß aber dann jedenfalls eine Karte aus seinem Blatt abwerfen.
  3. Nach vorher getroffenem Übereinkommen ist es erlaubt auszumachen (Rummy zu rufen), ohne daß man eine Karte abwirft.

Abrechnung

Man kann um bares Geld spielen oder mit Jetons (Chips). In diesem Fall wird jedes Spiel sogleich ausbezahlt. Der Gewinner (Rummy-Rufer) erhält von allen Spielern die Summe der Punktebewertung jener Karten, die der Verlierer beim Ausmachen des Spieles noch in der Hand hat.

Man kann aber auch die Punktezahl auf einem Block notieren und die Partie, je nach Ubereinkommen, bis zu 100 oder mehr Punkten spielen, d.h. die Partie beenden, sobald einer der Spieler 100 oder mehr Punkte geschrieben hat. Es wird sodann abgerechnet und nach dem vorher vereinbarten Schlüssel ausbezahlt.

Bei “Hand-Rummy” werden alle Punkte doppelt gerechnet.

Die Bewertung der Karten ist folgende:

As – 1 Punkt
König, Dame, Bube, Zehner – 10 Punkte, alle übrigen Karten nach ihrem Wert, also Neuner – 9 Punkte, Achter – 8 Punkte usw.
Andere Art der Bewertung
As – 15 Punkte, König – 13 Punkte, Dame – 12 Punkte, Bube – 11 Punkte. Alle übrigen Karten nach ihrem Wert.
Weitere Art der Bewertung:
Zweier bis Zehner je 5 Punkte, Bube bis As je 10 Punkte.

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